Kleine Herzensmenschen

Hochsensitivität zeigt sich auf viele unterschiedliche Arten und ist oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Allerdings können bei genauerer Betrachtung bestimmte Merkmale auf sie hindeuten. Ein Test kann den ersten Verdacht schließlich bestärken.

Kinder benötigen in den ersten Lebensjahren vor allem eines: Nähe und Geborgenheit. Hochsensitive Kinder (HSK) brauchen davon noch mehr als weniger sensible Altersgenossen. Sie sind oftmals überfordert mit den intensiven Gefühlen, die sie überrollen, fühlen sich (zu Recht) unverstanden und anders. Umso mehr brauchen sie eine sichere Bindung zu ihren Eltern, viel Verständnis und Akzeptanz, um so sein zu dürfen, wie sie ihrem Wesen nach sind.

Die Entwicklung eines HSK

Die Diplom-Pädagogin und Soziologin Susanne Steed-Pfäffle hat einen Kreislauf in acht Schritten entwickelt, um HSP zu verstehen. Dieser ergibt sich dann, wenn Kinder in ihrem Wesen nicht gebührend Annahme erfahren, wobei ich betonen möchte, dass diese Nicht-Annahme in der Regel aus Unwissenheit der Eltern heraus entsteht.

  1. Das Baby

Der winzige Herzensmensch fühlt und verhält sich nicht „konform“. Die Eltern merken sehr bald, dass ihr Kind anders ist. Wissen sie allerdings nicht um das Thema Hochsensitivität, so kann es passieren, dass sie regelrecht erschrecken. So sehr sie sich auch bemühen, sie haben irgendwie immer das Gefühl, ihr Kind nicht richtig zu verstehen. Dies passiert vor allem dann, wenn der ebenfalls hochsensitive Elternteil eigene negative Anteile seiner Hochsensibilität im Kind wiedererkennt.

Das Baby selbst fühlt sich auch anders, wird es doch von Beginn an mit intensiven Reizen überflutet. Viele HSK´s haben in diesem Alter Koliken und/oder schreien häufig. Die Eltern wollen helfen, wissen aber oft nicht weiter.

  1. Das Kleinkind

Das hochsensitive Kleinkind ist generell empfindlicher, kommt mit vielen Dingen weniger gut klar als andere Gleichaltrige. Der Vergleich mit weniger sensiblen Kindern führt oftmals dazu, dass Eltern (aus positiven Beweggründen) ihre kleinen Herzensmenschen „abhärten“ wollen. Im Kind jedoch bewirkt dieser Wunsch nach Anpassung, dass es sich kritisiert und nicht akzeptiert fühlt. Es wird in eine Richtung gedrängt, die nicht seinem inneren Wesen entspricht und bekommt damit den Eindruck, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Ihre angeborene starke Intuition, die sie auf den richtigen Weg bringen würde, wird auf diese Weise untergraben.

  1. Das Kind möchte geliebt und akzeptiert werden

Wird das Kind in eine solche Richtung gedrängt und zu Anpassungsleistungen gezwungen, so werden seine Grundbedürfnisse von Beginn an verletzt.

  1. Anpassung

Kinder lernen durch Nachahmung. HSK´s spüren sehr deutlich, was andere von ihnen erwarten. Sie beobachten sehr genau, wie andere sich verhalten und ahmen dieses Verhalten irgendwann auch dann nach, wenn es ihren eigenen Bedürfnissen zutiefst widerspricht. Ihr verzweifelter Wunsch, geliebt und akzeptiert zu werden, bringt sie dazu, sich selbst zu verleugnen. Das eigene – ohnehin sehr instabile Selbstwertgefühl – wird immer mehr beeinträchtigt.

  1. Verlust von Körpergefühl, eigenen Bedürfnissen, Wünschen und Intuition

HSK´s spüren sich nicht so gut, haben weniger Kontrolle über ihre Kräfte und ihre Entwicklungsphasen sind oftmals verzögert.

  1. Reaktion des Körpers

Wenn zu viele Grundbedürfnisse nicht erfüllt sind, reagiert irgendwann der Körper. Er wird geschwächt, zeigt Symptome, oft auch Autoimmunreaktionen. Auch Verhaltensstörungen sind in diesem Stadium sehr häufig.

Typische körperliche Symptome können sein: Bauch- und Kopfschmerzen, generell Schmerzen, Tics, Migräne.

  1. Meister der ungesunden Anpassung

HSP´s sind übermäßig anpassungsfähig und nehmen auf andere meist mehr Rücksicht als auf sich selbst. Sie suchen sich Schlupflöcher, lügen, verlieren schließlich ihre Selbstachtung, sind nicht konfliktfähig.

  1. Schlimmstenfalls endet der Kreislauf damit,

dass die Betroffenen keinen eigenen Standpunkt mehr haben, sich als vollkommen abhängig erleben, keine Selbstwert und keine Orientierung besitzen. Depressionen, Ängste, chronische Erkrankungen u.v.m. können die Folge sein.

Fazit: Verständnis ist das Um und Auf

Ein HSK braucht Eltern, die viel Verständnis für seine Wesenszüge und die damit einhergehenden Eigenarten aufbringen. Es muss sich in seinem ganzen Wesen angenommen und akzeptiert fühlen, um sich optimal entwickeln zu können. Andauernde Forderungen nach Anpassungsleistung, die seiner Natur widerspricht, sind kontraproduktiv. Eine sichere Bindung an die engsten Bezugspersonen und das Gefühl von Geborgenheit und Akzeptanz, Verständnis und Annahme sind die unbedingten Voraussetzungen für kleine Herzensmenschen, um ihre hochsensitive Seite akzeptieren und mit ihr in positiver Weise umgehen zu lernen. Nur dann können sie sich auf sämtlichen Ebenen gut entwickeln.

Deine

Tamara_Schrift


Bilder: Fotalia

 

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