Impfen – ja oder nein?

Spätestens wenn man selbst Kinder hat, wird man irgendwann vor die Qual der Wahl gestellt: lasse ich mein Kind impfen oder nicht? Welche Impfungen sind notwendig, welche eher sinnlos? Wir Eltern haben darüber zu entscheiden, was das Beste für unser Kind ist. Dabei sind wir aber in der Regel Laien auf diesem Gebiet und müssen darauf vertrauen, was uns verschiedenste Wissenschaftler und Ärzte, oft aber auch nur selbsternannte Experten, erzählen.

Gerade beim Thema Impfen jedoch gibt es so viele unterschiedliche Meinungen und Studien, dass es unheimlich schwierig ist, sich ein klares Bild zu machen.

Ich selbst habe mich seit meinem ersten Kind intensiv und lange mit dem Thema beschäftigt. Anfangs war ich sehr kritisch und ängstlich, was die Nebenwirkungen und deren Relation zur Sinnhaftigkeit von Impfungen angeht. Inzwischen bin ich aber der Meinung, dass viele Impfungen überaus sinnvoll sind. Ich lasse meine Kinder heute mit gutem Gewissen impfen. Impfungen sind eine der größten Errungenschaften der modernen Medizin. Seit es Impfungen gibt, wurden zahlreiche tödliche und/oder schwere Krankheiten ausgerottet. Für die meisten Argumente der Impfgegner gibt es keinerlei haltbare Beweise, wie ich immer wieder festgestellt habe. Beispielsweise wird oftmals behauptet, dass manche Impfstoffe Autismus auslösen würden. In Wahrheit gibt es keine einzige Studie, die dies belegt. Auch ein direkter Zusammenhang von Impfungen und epileptischen Anfällen ist nicht bestätigt.

Was aber feststeht, ist die Tatsache, dass es Krankheiten gibt, die zu schweren körperlichen und/oder geistigen Behinderungen oder gar zum Tod führen können. In Deutschland brach vor einiger Zeit eine regelrechte Masernepidemie aus, bei der zahlreiche Kinder gestorben sind. Dabei war diese Erkrankung schon so gut wie ausgerottet. Doch immer mehr Menschen sind skeptisch und verweigern wichtige Impfungen. Dadurch riskieren sie nicht nur ihr eigenes Leben bzw. das ihres Kindes, sondern auch das zahlreicher anderer Menschen, die beispielsweise aufgrund von Immunschwäche selbst nicht geimpft werden können und gleichzeitig anfälliger sind, sich anzustecken.

Ich habe vor einiger Zeit eine interessante Doku gesehen, die mich in meiner Meinung bestärkt hat. Hier kannst du selbst reinschauen. Ich denke, man muss nicht alles durchimpfen, was der Markt so bietet, aber es gibt sicherlich viele Impfungen, die sinnvoll sind.

Die Panikmache von Impfgegnern ist meiner Ansicht nach nicht ganz durchschaubar, die Argumente nicht ausreichend überzeugend. Was mich aber überzeugt hat, ist die uns heute zum Glück gegebene Möglichkeit, das Risiko bestimmter schwerer Erkrankungen zu reduzieren oder gar auszuschalten. Ist das Risiko einer schwerwiegenden Erkrankung nicht ungleich höher zu werten als jenes etwaiger Impfschäden, die sich bis heute noch nicht eindeutig nachweisen lassen?

Jennifer Raff, eine amerikanische Biologin und Anthropologin, hat vor einiger Zeit einen interessanten Artikel zu dem Thema verfasst. Hier findest du die deutsche Übersetzung.

Es gibt sicherlich auch eine berechtigte Impfskepsis. Ich bin nicht dafür, blind auf die Meinung irgendeines Arztes zu vertrauen. Ich selbst wäge bei jeder Impfung ab, ob sie notwendig ist. Es gibt aber kein klares Pro oder Contra, auf das man sich stützen kann. Wir können uns nur unsere eigene Meinung bilden und in dem Chaos der vielen Argumente beider Seiten das eigentliche Ziel nicht aus den Augen verlieren: unser Kind bestmöglich zu schützen. Also: informieren, abwägen, entscheiden. Impfen allgemein zu verteufeln bringt aber sicher niemandem etwas.


Tamara Jungbauer

Ein Gedanke zu „Impfen – ja oder nein?“

  1. Korrekt. Es gibt sinnvolle und weniger sinnvolle Impfungen. Masern, Mumps, Röteln, Polio… gehören eindeutig zu den wichtigsten. Ob man gegen Windpocken impfen muss sei mal dahingestellt…

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