Bye bye…

Liebe Mamas und Papas,

ich möchte mich bei all jenen unter euch sehr herzlich bedanken, die meine Online Familienbegleitung hier in der H-erziehungskiste in Anspruch genommen und die meinen Blog verfolgt haben. Es war eine sehr interessante, schöne und spannende Zeit!

Die meisten von euch werden schon bemerkt haben, dass es in den letzten Monaten sehr ruhig in der H-erziehungskiste geworden ist. Das liegt daran, dass ich mich beruflich und persönlich weiter entwickelt habe und sich für mich neue Wege eröffnet haben, die ich nun gehen möchte. Ich arbeite jetzt als Kinesiologin, wobei Kinesiologie auch für hochsensible Kinder eine sanfte und effektive Methode ist, den Körper dabei zu unterstützen, mit eigenen Emotionen und generell mit Stress besser umzugehen und wieder zur eigenen Mitte zu finden. Mit Kinesiologie können wir uns der Thematik der Hochsensitivität auf einer tiefergehenden Ebene nähern. Mehr Infos dazu findest du auf meiner Webseite.

Da meine Zeit und Energie als Mama begrenzt ist 😉 und ich daher Prioritäten setzen muss und gleichzeitig auch meinem Herzen folgen möchte, gibt es ab sofort keine Online Familienbegleitung und -beratung mehr.

Der Blog wird vorerst noch weiter bestehen, ob und inwiefern das so bleibt, kann ich im Moment noch nicht mit Sicherheit sagen.

Falls du dein hochsensibles Kind auf energetische Weise unterstützen möchtest, kannst du dich gerne bei mir melden 🙂

Danke euch allen und alles Liebe!!!

Eure

Die Kuh, die weinte

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„Die Kuh, die weinte“ ist eine wunderbare (wahre) Geschichte des buddhistischen Mönchs Ajahn Brahm über die Bedeutung des „Sich-kümmerns“. Nicht nur in Zeiten wie diesen ist es angebracht, sich in andere Lebewesen hineinzuversetzen, sich umeinander „zu kümmern“. Unsere Welt wäre um Vieles schöner, wenn die Menschheit empathischer wäre…


Als ich einmal etwas früher zum Meditationsunterricht in die Haftanstalt kam, wartete ein Gefangener auf mich, den ich zuvor noch nie gesehen hatte. Er war ein Hüne mit wildem Haar und Bart und jeder Menge Tätowierungen auf den Armen. Die Narben in seinem Gesicht verrieten mir, dass er schon so manchen Streit ausgefochten hatte. Er sah so Furcht erregend aus, dass ich mich fragte, warum ausgerechnet dieser Kerl das Meditieren erlernen wollte. Er war so gar nicht der Typ dafür. Aber darin hatte ich mich gründlich geirrt. Er erzählte mir von einem Vorfall, den er ein paar Tage zuvor erlebt und der ihn höllisch erschreckt hatte.

Mit starkem irischen Akzent erzählte er mir von seiner Kindheit in den brennenden Straßen von Belfast. Als Siebenjähriger war er zum ersten Mal Opfer einer Messerstecherei geworden. Ein älterer Schüler, ein bekannter Schläger, forderte ihn auf, das Geld herauszurücken, das er fürs Mittagessen von zu Hause mitgebracht hatte. Der kleine Junge weigerte sich. Der Ältere zog ein langes Messer und stellte die Frage noch einmal. Der Kleine glaubte, dass der andere nur bluffte und lehnte wieder ab. Ein drittes Mal fragte der Schläger nicht. Er trieb einfach das Messer in den Arm des Siebenjährigen, zog es dann wieder heraus und ging ungerührt davon.
Der Mann erzählte mir, dass er völlig geschockt das Schulgelände verließ und zum Haus seines Vaters in der Nachbarschaft rannte. Blut strömte seinen Arm hinunter. Sein arbeitsloser Vater sah sich die Wunde kurz an und ging dann mit seinem Sohn in die Küche. Aber nicht etwa, um die Wunde zu verarzten. Der Vater zog eine Schublade auf, ergriff ein großes Küchenmesser, drückte es seinem Sohn in die Hand und forderte ihn auf, zur Schule zurückzukehren und damit den anderen Jungen zu stechen. So war er erzogen worden. Wenn er nicht so groß und stark geworden wäre, hätte er wahrscheinlich schon vor langem das Zeitliche gesegnet.
Diese Haftanstalt war eine Gefängnis-Farm. Häftlinge mit kurzen Strafen und jene, die nach einer langen Freiheitsstrafe kurz vor der Entlassung standen, sollten dort auf das Leben danach vorbereitet werden. Einige erhielten damit die Gelegenheit, eine landwirtschaftliche Ausbildung zu absolvieren. Außerdem versorgte die Ernte dieser Farm alle Gefängnisse bei Perth mit Nahrungsmitteln, wodurch die Kosten niedrig gehalten werden konnten.
Genau wie die australischen Bauern, die außer Getreide und Gemüse auch Kühe, Schafe und Schweine züchten, hatte sich diese Farm ebenfalls auf all diese landwirtschaftlichen Tätigkeiten verlegt. Aber im Gegensatz zu den anderen Farmen, betrieb dieser Gefängnisbauernhof auch seinen eigenen Schlachthof.
Jeder Häftling musste einen Job auf der Farm übernehmen. Es war nicht zu übersehen, dass sich die Insassen um die Arbeit im Schlachthof rissen. Sie war vor allem bei den gewalttätigen Männern äußerst beliebt, die besonders gern die Arbeit des Abschlachtens verrichteten. Um diesen Job musste man regelrecht kämpfen.
Der Mann beschrieb mir den Schlachthof. Es gab starke Gitter aus Edelstahl, die am Eingang weit auseinander gesetzt waren, aber innerhalb des Gebäudes immer näher zusammenliefen, bis sie so schmal waren, dass nur ein Tier hindurchpasste. Neben diesem schmalen Gang stand er als Schlachter mit seinem Bolzenschussgerät auf einem Podest. Kühe, Schweine oder Schafe wurden mit Hunden und Stöcken in den Edelstahl-Trichter getrieben. Er berichtete, dass alle Tiere schrien, jedes auf seine Weise, und jedes versuchte zu flüchten. Die Tiere rochen den Tod, hörten den Tod, spürten den Tod. Wenn das Tier an dem Podest angelangt war, krümmte und wand es sich und stieß laute, klagende Töne aus. Obwohl ein Schuss aus seinem Bolzenschussgerät einen riesigen Bullen auf der Stelle hätte töten können, stand kein Tier so still, dass er auf Anhieb genau zielen konnte. Also fiel der erste Schuss, um das Tier zu betäuben und der zweite, um es zu töten. Ein Schuss zur Betäubung, ein Schuss zur Tötung. Ein Tier nach dem anderen. Jeden Tag aufs Neue.
Der Ire wurde ziemlich aufgeregt, denn jetzt wollte er von dem Vorfall berichten, den er nur wenige Tage zuvor erlebt und der ihn so aus der Fassung gebracht hatte. Er begann zu fluchen und sagte wiederholt: »Es ist die Gott verdammte Wahrheit.« Er hatte Angst, dass ich ihm nicht glauben würde.
An jenem Tag brauchten die Gefängnisse nahe Perth Rindfleisch. Also wurden Kühe geschlachtet. Ein Schuss zur Betäubung, ein Schuss zur Tötung. Er hatte schon eine große Anzahl von Tieren erledigt, als eine Kuh auf eine Weise herankam, wie er es noch nie zuvor erlebt hatte.

Diese Kuh war still. Sie schnaufte nicht einmal. Mit gesenktem Kopf näherte sie sich langsam dem Podest, ohne dass auch nur der geringste Druck auf sie ausgeübt werden musste. Am Ziel blieb sie ganz ruhig stehen. Sie tobte nicht, wand sich nicht, brüllte nicht und versuchte auch nicht zu flüchten. Auf einmal hob sie langsam den Kopf und starrte ihren Henker bewegungslos an.
Der Ire hatte so etwas noch nie erlebt. Er war vollkommen verwirrt, konnte weder sein Bolzenschussgerät auf die Kuh richten noch ihrem Blick ausweichen. Die Kuh schien direkt in sein Innerstes hineinzuschauen. Zeit und Raum waren für ihn verschwunden. Er konnte mir nicht sagen, wie lange die Kuh diesen Blickkontakt aufrechterhielt, aber dann entdeckte er etwas, das ihn weitaus mehr erschütterte.
Im linken Auge der Kuh, oberhalb des unteren Augenlids, begann sich Wasser zu sammeln. Es wurde immer mehr. Irgendwann lief das Auge über und das Wasser tröpfelte heraus, rollte langsam über ihre Wange und bildete eine glitzernde Tränenkette. Längst verschlossene Türen begannen sich in seinem Herzen zu öffnen. Ungläubig beobachtete er, dass jetzt auch das rechte Auge der Kuh nass wurde und sich dort so viel Wasser ansammelte, dass bald darauf ein zweiter Tränenstrom floss.

Die Kuh weinte. Da brach der Mann zusammen.
Er sagte mir, dass er sein Bolzenschussgerät auf den Boden geworfen und den Wachen fluchend zugebrüllt hatte, dass sie mit ihm tun könnten, was sie wollten, »ABER DIESE KUH WIRD NICHT STERBEN!«

Er sagte mir, dass er jetzt Vegetarier sei.
Die Geschichte stimmte. Andere Häftlinge der Gefängnis-Farm bezeugten sie mir gegenüber. Die Kuh, die weinte, hatte einem der gewalttätigsten Männer gezeigt, was »mitfühlen« bedeutet.

Ajahn Brahm, übersetzt von Martina Kempff

Das Indianerzelt

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Urlaub auf dem Land bei der Uroma ist Abenteuer pur für meine kleinen Männer. Sie können die Haustür aufmachen und in den riesigen Garten stürmen, den ehemaligen Stall des 300 Jahre alten Bauernhofes erkunden, das viele Holz, das überall herumliegt, weil die Uroma es zum Heizen und teilweise auch zum Kochen braucht, für diverse Spiele wie Aufeinandertürmen, Schlichten, in Kisten Packen und Herumtragen uvm. verwenden. Sie finden ständig irgendein Utensil, das erkundet und in seinen vielen Funktionen ausgiebig getestet werden will. So kann ein simples Stück Seil die Kinder einen ganzen Vormittag lang beschäftigen. Der kleine Bruder zieht es umher wie eine Nachziehente, der große Bruder knotet es überall fest, baut damit Fallen und fesselt seinen kleinen Bruder oder den Papa. Ein Besen wird zum Reiten benutzt, die zahlreichen Pflanzen und Blumen der Uroma mit Liebe und Ausdauer gegossen. Zum Glück ist es gerade sehr heiß und Wasser von pflanzlicher Seite überaus erwünscht.

Als wir an einem Nachmittag vom Badeteich zurückkommen, klagt mein kleiner dennoch über Langeweile. Auch wenn er es im ersten Moment nicht annehmen kann, versichere ich ihm, dass es durchaus gut ist, sich mal zu langweilen. Nachdem er einige Minuten missmutig seiner Langweile frönt, hat er offenbar einen Geistesblitz. Wie aus heiterem Himmel packt ihn die Kreativität und er beginnt, ein Indianerzelt zu bauen. Sein Papa hilft ihm dabei, die Holzstöcke oben zusammenzubinden und die Decke zu befestigen, alles andere macht mein Sohnemann selbst.

Ich staune wieder einmal, wie kreativ und euphorisch Kinder sein können, wenn sie etwas von sich aus tun, aus eigenem Antrieb und mit Ideen, die aus ihren kleinen Köpfen entwachsen, ohne irgendeinen äußeren Einfluss. Die Freude, die dabei entsteht, ist unermesslich und echt.

Ich habe den Moment, mein Kind bei diesem erfüllenden Erleben beobachten zu dürfen, einfach nur genossen und mich von seiner Freude anstecken lassen.

Einer der vielen wunderschönen kleinen Momente mit meinen Kindern, den ich achtsam und dankbar mit ihnen teilen durfte.

Die frühkindliche Entwicklung

P1010620Jedes Kind bringt von Natur aus ein individuelles Repertoire an Genen mit, die nicht nur sein ganz spezielles (mit keinem anderen Menschen vergleichbares) Aussehen bestimmen, sondern auch seine ihm eigene Persönlichkeit. Während das eine Kind temperamentvoll, und extrovertiert ist, wird ein anderes ruhig und eher introvertiert geboren. Die Veranlagung ist also die Grundvoraussetzung, die das Kind mitbringt, um überhaupt erst entstehen zu können.

Die zweite Seite der Medaille macht die Umwelt aus, und hier im Besonderen die Eltern als primäre Bezugspersonen.

Veranlagung und Umwelt stehen in engem Zusammenhang.

Wir Eltern können uns nicht allein auf die Veranlagung berufen, wenn es um Erziehung geht. Ein Kind, das von Natur aus sehr impulsiv ist, braucht umso mehr die liebevolle Unterstützung seiner Eltern, um zu lernen, seine Gefühle in die richtigen Bahnen zu lenken.

Es gilt also, zu unterscheiden und abzuwägen: Persönlichkeitsmerkmale sind veranlagt, sie machen das Wesen des Kindes aus, das wir nicht verändern wollen (und können). Die Art und Weise aber, wie sich unser Kind in bestimmten Situationen verhalten soll, lernt es durch uns.

Wir Eltern schaffen für unser Kind die Umgebung, in der es seine Eigenschaften und Fähigkeiten möglichst gut entfalten kann. Körperliches und psychisches Wohlbefinden sind hierfür wesentliche Voraussetzungen, ebenso wie die Erfahrung, selbst etwas bewirken zu können.

Ein Kind, dessen körperliche Bedürfnisse ebenso wie das Grundbedürfnis nach Nähe und Zuwendung zuverlässig gestillt werden, und das in der Entwicklung seiner Selbständigkeit ausreichend gefördert wird, kann sich optimal entwickeln.

Einflussfaktoren für die kindliche Entwicklung

Laut einer wissenschaftlichen Studie der amerikanischen Entwicklungspsychologin Emmy Werner aus den 1970er Jahren können sich folgende Faktoren auf die Entwicklung eines Kindes auswirken:

1. Risikofaktoren zum Zeitpunkt der Geburt:

  • Chronische Armut
  • Geringer Bildungsgrad der Mutter
  • Perinatale (=um die Geburt herum) Komplikationen
  • Entwicklungsverzögerungen
  • Genetische Anomalien
  • Psychologische Auffälligkeiten der Eltern

 2. Belastungsfaktoren:

  • Längere Trennung von den Eltern im 1. Lebensjahr
  • Erkrankung der Eltern
  • Behindertes Geschwisterkind
  • Abwesenheit des Vaters
  • Scheidung/Trennung der Eltern
  • Außerfamiliäre Unterbringung
  • Bei Mädchen: Schwangerschaft in der Adoleszenz

3. Protektive Faktoren:

  • Erstgeborenes Kind
  • Hohe Aktivität des Säuglings
  • Positives Sozialverhalten
  • Fähigkeit zur Selbsthilfe
  • Gute Kommunikation7
  • Ausgeprägte Interessen
  • Selbstkontrolle
  • Positives Selbstkonzept

4. Umgebung:

  • Viel Zuwendung
  • Positive Eltern-Kind-Beziehung
  • Weitere Bezugspersonen
  • Freunde
  • Geregelter und strukturierter Haushalt
  • Zusammenhalt in der Familie
  • Hilfe und Rat bei Bedarf (v.a. in der Adoleszenz)

Die eben genannten Einflussfaktoren können sich entsprechend positiv oder negativ auf die Entwicklung eines Kindes auswirken. In der Studie von Emmy Werner wurde auch festgestellt, dass manche Kinder sich trotz vielfältiger Risiko- und Belastungsfaktoren positiv entwickeln, was auf eine in diesen Personen vorhandene Resilienz zurückzuführen ist. Manche Menschen sind trotz widrigster Umstände nicht unterzukriegen, sie schaffen es unter schlimmsten Bedingungen, positiv und stark zu bleiben, und immer wieder aufzustehen, um aus negativen Erfahrungen zu wachsen. Sie sind regelrechte „Stehaufmännchen“ und scheinbar durch nichts kleinzukriegen. So kann es passieren, dass ein Kind, das etwa in chronischer Armut bei alkoholkranken Eltern in liebloser Umgebung als eines von zehn Kindern aufwächst, sich dennoch positiv entwickelt. Vielleicht weil es eine Tante oder eine andere zusätzliche Bezugsperson hat, die es auffängt und ihm eine ausreichende Stütze ist, um nicht im Elend zu versinken. Oder weil es ganz einfach die Fähigkeit besitzt, immer wieder in sich selbst die Kraft zu finden, das Beste aus seiner Situation heraus zu holen.

In der Regel aber verhält es sich doch so, dass das Zusammenspielen ungünstiger Bedingungen die Entwicklung eines Kindes negativ beeinflusst.

Die Pubertät, also die Phase zwischen dem 12. und 18. Lebensjahr, ist eine besonders anfällige Zeit für Manifestationen psychotischer und neurotischer Erkrankungen, die oftmals erst später, im Erwachsenenleben, zum Ausdruck kommen.

In dieser Phase stehen die Jugendlichen vor der schwierigen Aufgabe, sich selbst neu zu finden und zu definieren, sie sind innerlich zerrüttet und müssen herausfinden, was ihr „Ich“ ausmacht, sich hierfür auch von den Eltern lösen. Gleichzeitig blühen die Hormone auf und sie müssen auch mit der Veränderung ihres Körpers umzugehen lernen. Es kommt einfach vieles zusammen – eine sehr schwierige und problembehaftete Zeit, aus der es gilt, möglichst unbeschadet hervorzutreten. Dies gelingt wohl am besten, wenn bereits von Anfang an möglichst günstige, positive Faktoren für eine entsprechend optimale frühkindliche Entwicklung gegeben waren.

Sind die Voraussetzungen für eine gesunde frühkindliche Entwicklung vorhanden, so ist damit auch eine optimale Basis für die gesamte weitere Entwicklung des Kindes geschaffen.

Ein Kind also, das sich bereits von Anfang an optimal entwickeln konnte, wird auch die Pubertät viel eher unbeschadet überstehen als ein Kind, dem es an dieser positiven Voraussetzung mangelt. Ein Kind, das sich nicht positiv entwickeln konnte und zusätzlich vielleicht noch die genetische Veranlagung zu einer psychischen Erkrankung mitbringt, wird in weiterer Folge mit höherer Wahrscheinlichkeit später psychisch erkranken als ein Kind, das sich (trotz vorhandener genetischer Veranlagung) positiv entwickeln konnte.

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass eine möglichst positive Entwicklung in den ersten Lebensjahren das Fundament für das gesamte weitere Leben bildet. Was wir hier verabsäumen, lässt sich später nur schwer wieder gerade biegen. Ich behaupte nicht, dass Fehler A in den ersten drei Lebensjahren zu Störung XY im Erwachsenenalter führt. Ich möchte auch nicht den Druck, alles richtig zu machen, den wir Eltern ohnehin schon verspüren, unnötig erhöhen. Aber durch Bewusstwerden, WIE wichtig die ersten Lebensjahre eines Kindes sind und wie es sich in dieser Zeit entwickeln kann und soll, können wir unseren Blickwinkel im Alltag vielleicht doch ein wenig verändern. Möglicherweise fällt es uns mit diesem Hintergrundwissen doch das eine oder andere Mal leichter, innerlich auf Distanz zu gehen und mit dem dadurch gewonnen Abstand wieder besser auf unser Kind eingehen zu können.

Zum besseren Verständnis der kindlichen Entwicklung gehe ich an dieser Stelle auf einige Entwicklungstheorien ein.

Die Entwicklung des Selbst nach Daniel Stern:

Das auftauchende Selbst/die Welt der Gefühle (0 – 2. Monat):

Zu Beginn wird durch die Motorik und die Aktivität wahrgenommen, mit dem Ziel einer Verbesserung der Interaktion. Der Säugling möchte stimuliert werden, er bildet Muster und Erfahrungen. Das zentrale Entwicklungsthema in dieser Phase ist die Schaffung einer grundsätzlichen Ordnung in der Wahrnehmung und im Empfinden des Säuglings. Er erlebt sich als getrennt von der Umwelt, bekommt ein erstes Gefühl von Regelmäßigkeit und Ordnung. Wörter sind noch egal, wichtig aber ist deren Klang und Melodie.

Das Kern-Selbst/die Welt der direkten Kontakte (2. – 6. Monat):

Die zentrale Aufgabe in dieser Phase ist die spezifische, interpersonale Bezogenheit zu den primären Bezugspersonen herzustellen und ein aktives Gefühl der Gemeinsamkeit mit ihnen zu erleben. So kann das Gefühl des fortwährenden Seins erfahren werden. Das Gedächtnis ist bereits sehr aktiv. Die Erfahrung der Nachahmung lässt eine gewisse Gleichheit mit dem Gegenüber erkennen, wobei mit unterschiedlichen Gegenübern unterschiedliche Interaktionen möglich sind.

Zentrales Entwicklungsthema: das Kind erlebt sich bereits auch selbst als handelnd.

Das subjektive Selbst/die Welt der Gedanken (6. – 18. Monat):

Der Säugling entdeckt, dass er ein eigenes Seelenleben hat und dass das auch auf andere zutrifft. Das zentrale Entwicklungsthema dieser Zeit ist die Entdeckung, dass es seine Gedanken und Gefühle potentiell mit einem anderen Menschen teilen kann.

Das verbale oder narrative Selbst/die Welt der Wörter (18. – 30. Monat):

Der Erwerb der Sprache wird eingebunden, dadurch erlangt das Kind die Fähigkeit, das Selbst zum Objekt der Reflexion zu machen. Zentrales Entwicklungsthema: das Kind kann durch die Sprache über Dinge kommunizieren, die nicht da sind.

Die kindliche Entwicklung aus tiefenpsychologischer Sicht

Während Stern sein Augenmerk auf die Entwicklung des Selbst legte, zeigen die Entwicklungsphasen aus tiefenpsychologischer Sicht die kindliche Entwicklung aus einem anderen Blickwinkel. Sigmund Freud unterschied fünf Phasen der psychosexuellen Entwicklung, die jeweils durch bestimmte Entwicklungsschritte gekennzeichnet sind. In weiterer Folge ging er davon aus, dass ein verfehlter Entwicklungsschritt spezifische Folgen (im Erwachsenenalter) mit sich bringen würde.

Die fünf Phasen der psychosexuellen Entwicklung nach Freud:

 1. Orale Phase (erstes Lebensjahr)

In dieser Phase dreht sich alles um den oralen Lustgewinn. Das Kind nimmt jeden Gegenstand erst einmal ausgiebig in den Mund, um ihn zu erforschen und verstehen zu lernen. Es nuckelt an seiner Hand oder am Schnuller, um sich selbst zu beruhigen, hat generell ein sehr großes Saugbedürfnis.

Das Kind baut in dieser Phase Vertrauen auf. Ein Verfehlen dieses Entwicklungsschrittes erzeugt tiefes Misstrauen, was unter anderem Nährboden für primären Narzissmus sein kann.

2. Anale Phase (1-3 Jahre)

Hier findet das Kind durch Ausscheidung seiner Exkremente und schließlich durch deren Zurückhaltung Befriedigung. Das Thema Sauberkeit findet Einzug und ist vorherrschend, das soziale Miteinander und damit verbunden die Konfliktfähigkeit rücken in den Vordergrund. Das Kind lernt erstmals Autonomie.

Ein verfehlter Entwicklungsschritt, etwa durch Fehlverhalten der Eltern bei der Sauberkeitserziehung, kann das tiefe Gefühl von Zweifel oder Scham entstehen lassen.

Geiz, Pedanterie oder übertriebener Ordnungssinn können mögliche Folgen eines in dieser Phase verfehlten Entwicklungsergebnisses sein.

 3. Ödipale Phase (3-5 Jahre)

In dieser Phase richtet sich die Aufmerksamkeit des Kindes verstärkt auf den eigenen Körper. Das Kind lernt, Initiative zu übernehmen. Seine Triebwünsche äußern sich in der Regel im Begehren des gegengeschlechtlichen Elternteiles, wobei sich das Kind am gleichgeschlechtlichen Elternteil orientiert, um die Geschlechterrolle übernehmen zu können.

Bleibt dieser Konflikt bestehen, so spricht man vom sogenannten Ödipus Komplex. Das Kind (bzw. später der Erwachsene) kann sich nicht ausreichend vom geliebten Elternteil lösen. Hier können Schuldgefühle entstehen und Probleme hinsichtlich der eigenen Geschlechterrolle oder Identifizierung mit dem anderen Geschlecht bis hin zur Liebesunfähigkeit.

 4. Latenzperiode (6-11 Jahre)

Hier geht es vor allem um den Erwerb verschiedener Fähigkeiten, um Leistung und Fleiß. Das Kind definiert sich vorwiegend über das, was es lernt.

Nicht überwundene Schwierigkeiten in dieser Phase können zu Minderwertigkeitsgefühlen führen.

5. Genitale Phase (12-18 Jahre)

Sexualität gerät in den Mittelpunkt. Sie wird auf außerfamiliäre Personen gerichtet und dient erstmals nicht mehr ausschließlich zur Lustgewinnung, sondern auch der Fortpflanzung. Die eigene Identität zu finden, ist ebenfalls wichtiges Thema.

Ein verfehlter Entwicklungsschritt in dieser Periode kann u.a. zu Identitätsverlust führen.


Eine weitere Entwicklungstheorie stammt von Erik Erikson, die eine Weiterführung von Freuds Phasentheorie ist. Sie besteht nunmehr aus acht Stufen und beinhaltet eine soziale Dimension. Erikson unterteilt die kindliche (bzw. menschliche) Entwicklung in folgende Abschnitte:

  1. Urvertrauen vs. Urmisstrauen (erstes Lebensjahr):

In dieser Phase ist die Zuverlässigkeit und Qualität der primären Bezugsperson zentral, um ein grundlegendes Gefühl des Vertrauens aufzubauen (Urvertrauen). Dies gelingt, wenn die Bedürfnisse des Säuglings nach Nahrung, Fürsorge und Zuwendung regelmäßig erfüllt werden. Andernfalls entsteht ein zugrundeliegendes Gefühl von Misstrauen.

Ein solches Misstrauen kann in weiterer Folge chronische Trauerzustände, Depression und Rückzug auf sich selbst nach sich ziehen.

Wichtige Sozialpartner: Mutter (als primäre Bezugsperson).

  1. Autonomie vs. Scham (2. und 3. Lebensjahr):

Die Lösung von der primären Bezugsperson wird durch neue Fähigkeiten des Gehens, Sprechens und der Stuhlkontrolle ermöglicht. Das Kind erlangt dadurch Autonomie.

Wird in dieser Zeit der kindliche Wille permanent gebrochen, so führt dies zu Scham und Selbstzweifel und verhindert die Entwicklung von Autonomie und Selbstkontrolle.

Wichtige Sozialpartner: Eltern.

  1. Initiative vs. Schuldgefühle (3-6 Jahre):

In dieser Phase kommt es zur systematischen Erkundung der Realität. Dadurch lernt das Kind Initiative und Selbständigkeit zu erwerben. Es muss dabei lernen, dass einige Dinge nicht erlaubt sind, weil Interessen der Familienmitglieder betroffen sind. Der eindringenden Initiative folgt die Schuldangst – diesen Konflikt kann das Kind lösen, indem es sich mit der betreffenden Person identifiziert. Idealrollen werden ausprobiert.

Bei unzureichender Lösung dieses Konflikts kann es später u.a. zu Übergewissenhaftigkeit oder Schuldkomplexen kommen.

Wichtige Sozialpartner: Familie.

  1. Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl (6-12 Jahre):

Im Alter von 6 bis 7 Jahren lernt das Kind sowohl innerhalb als auch außerhalb der Schule, sich selbst nützlich zu machen und dadurch Anerkennung zu gewinnen. Das Kind lernt den Zusammenhang zwischen Ausdauer und Erfolg. Wird dieser ausgeprägte Werksinn des Kindes nicht ausreichend gefördert, entsteht ein Gefühl von Unzulänglichkeit und Minderwertigkeit.

Ein Ungleichgewicht zwischen beiden Polen kann zu Arbeitsscheu aufgrund von Versagensängsten, verabsolutiertem Pflichtgefühl oder Arbeitsversessenheit führen.

Wichtige Sozialpartner: Lehrer, Peers.

  1. Identität vs. Identitätsdiffusion (12 – 20 Jahre):

Im Zentrum dieser Phase steht die Identitätsproblematik. Alle vorausgehenden Stufen lieferten die Elemente, die jetzt zusammen vereint werden müssen: Vertrauen, Autonomie, Initiative und Fleiß.

Der Jugendliche muss seine Identität finden und sich hierfür von den Eltern lösen und gleichzeitig in den sozialen Gruppen verschiedene Identitäten ausprobieren.

Gelingt die Identitätsfindung nicht (ausreichend), so kann es später zu Problemen wie ewiger Pubertät, Ruhelosigkeit oder voreiliger Begeisterungsfähigkeit für große Veränderungen kommen.

Wichtige Sozialpartner: die Peer Gruppen.

  1. Intimität vs. Isolierung (20 – 40 Jahre):

Der junge Erwachsene muss intime Beziehungen und enge Freundschaften entwickeln, um nicht in die Isolation zu geraten.

Dies gelingt dann, wenn davor die eigene Identität geklärt wurde. Am wichtigsten sind Liebesbeziehungen, die auf Bindung und geteilter Identität beruhen. Bei fehlender Ich – Identität kommt es häufig zu Angst vor intimen Beziehungen und vor Bindungen.

Nichtgelingen führt zu Isolierung und zur sozialen Distanzierung.

Wichtige Sozialpartner: Ehepartner/Lebensgefährten, enge Freunde.

  1. Generativität vs. Selbstabsorption (40 – 65 Jahre):

Hier geht es generell um das Interesse an der Erzeugung und Erziehung der nächsten Generation. Elternschaft ist das wichtigste Ereignis in dieser Periode.

Ein volles Gelingen ist nicht immer möglich bzw. relativ. Es kann zu Gefühlen drohender Stagnation führen, wenn man Grenzen der eigenen Generativität zu spüren bekommt.

Wichtige Sozialpartner: Ehepartner/Lebensgefährte, Kinder.

  1. Integrität vs. Verzweiflung (ab 65 Jahren):

Im höheren Alter geht es vor allem darum, sein eigenes bisheriges Leben zu akzeptieren und als bedeutungsvoll anzusehen. Letztlich muss auch die Endlichkeit des eigenen Lebens (aufgrund des nahenden Todes) akzeptiert werden.

Wo diese Integrität nicht gelingt, kann es zu Abscheu vor anderen Menschen als auch vor sich selbst und seiner eigenen Geschichtlichkeit kommen. Enttäuschung und Verzweiflung sind dann vorherrschende Gefühle.

Diese beiden Entwicklungstheorien aus der Tiefenpsychologie veranschaulichen die vorherrschenden Themen der einzelnen Altersabschnitte. Sind wir Eltern und Erzieher uns der jeweiligen Entwicklungsphase bewusst, so können wir auch entsprechend einfühlsamer mit dem Kind umgehen.

Das Kind hat, wie sich unschwer erkennen lässt, laufend bestimmte Aufgaben zu meistern, um sich weiter entwickeln zu können. Es tut dies aus eigenem Antrieb heraus, braucht aber unseren Rückhalt und Unterstützung. Mit dem Verfehlen eines Entwicklungsschrittes kann es zu Problemen kommen, die sich möglicherweise auch erst viel später zeigen können. Ich betone an dieser Stelle noch einmal: es kann zu Störungen kommen.

Am Ende zählt das „Gesamtpaket“

Es spielen immer viele verschiedene Faktoren zusammen. Wenn die Ausgangsbedingungen für ein Kind ungünstig sind, weil es beispielsweise in eine lieblose Familie hineingeboren wird, und es kommen in weiterer Folge noch zusätzliche belastende Faktoren hinzu wie etwa Scheidung der Eltern und Fehlen einer stabilen Bezugsperson, so wird es für das betreffende Kind denkbar schwer sein, sich gesund und optimal zu entwickeln. Angefangen in der frühen Kindheit, über die Pubertät bis hin ins Erwachsenenalter.

Wir Eltern haben die Pflicht, die Bedingungen für eine möglichst positive Entwicklung unserer Kinder zu schaffen. Die Möglichkeiten, die wir dabei haben, sind natürlich individuell verschieden. Unsere soziale Herkunft, also die eigene Kindheit und Umgebung, in der wir aufgewachsen sind, die Erziehung, die wir genossen haben, bisherige Erfahrungen in unserem Leben, die Verhältnisse, Beziehungen und Strukturen, in denen wir heute leben… all das nimmt Einfluss darauf, wie wir mit unseren Kindern umgehen und sie erziehen. Nicht alle Faktoren sind beeinfluss- und veränderbar. Wie uns unsere Eltern als Kinder behandelt haben, können wir nicht ändern. Wenn wir etwa alleinerziehend sind und mit einem geringen Einkommen haushalten müssen, dabei oft überlastet sind und daher nicht entsprechend auf unsere Kinder eingehen können, so sind dies Faktoren, die sich oft nur schwer beeinflussen lassen. Wir können aber, den Umständen entsprechend, so weit als möglich ideale Bedingungen dafür schaffen und uns entsprechende Unterstützung von außen holen, damit sich unsere Kinder zu körperlich und psychisch gesunden Menschen entwickeln dürfen. Das sind wir ihnen schuldig und diese Aufgabe kann uns niemand sonst abnehmen.

Die Entwicklung unserer Kinder liegt in unseren Händen.

Tamara_Schrift

Ich kann nicht schlafen!

Birgit von Mutti´s Nähkästchen hat uns Familienbloggerinnen in ihrer Rubrik #fragmama dazu aufgerufen, etwas zum Thema Schlafen beizusteuern. Dem möchte ich hiermit gerne nachkommen.


 

20130617_141906Schlafen ist ja so eine Sache, wenn man Kinder hat. Bei meinem ersten Sohn kriegte ich ein Jahr lang kaum ein Auge zu, alle ein bis zwei Stunden – beim kleinsten Schnupfen auch gern öfter – wurden mein Mann und ich geweckt. Ich zum Stillen. Er zum Rumtragen oder Bauch massieren. Durchgeschlafen hat der kleine Mann dann mit drei Jahren. Heute ist er fünf und das abendliche Einschlafen ist problemlos. Bei seinem kleinen Bruder lief es schlaftechnisch von Anfang an deutlich besser.

Sie schlafen inzwischen zusammen im Stockbett und wir haben seit jeher ein festes Abendritual: Erst geht es ab ins Bad zwecks nötiger Hygienemaßnahmen. Dann Pyjama anziehen und Gute Nacht Geschichten aussuchen. Anschließend liest Papa den beiden im Bett noch vor, danach kommt meist Mama, um noch mit beiden Jungs zu „beten“. Wir nennen es so, aber in Wahrheit ist es mehr ein Dankbarkeitsritual: wir lassen den Tag Revue passieren, erinnern uns gemeinsam an schöne Momente oder erzählen uns davon, wenn wir sie nicht gemeinsam erlebt haben, sind dankbar für sie und für unser Leben generell. Danach wird das Licht ausgemacht und die Tür bleibt offen, damit das Licht von draußen hinein leuchtet.

Bis auf Ausnahmen (wenn mein kleinster Mann nochmal nach uns ruft) funktioniert das in der Regel sehr gut. Ich denke, es ist wichtig, dass die Schlafsituation für alle passt – also für das Kind, aber auch für die Eltern. Ich kann nicht schlafen, wenn ein rotierendes Kind neben, auf und über mir liegt. Ein Familienbett kommt daher für mich nicht in Frage. Meine Kinder bekommen aber auf anderem Weg die Zuneigung und Nähe, die ihnen die Sicherheit gibt, vertrauensvoll einschlafen zu können. Es gibt, wie immer, kein Patentrezept. Wir können nur individuell entscheiden, was das Kind braucht, um in einen entspannten Schlaf zu finden.


 

Wie geht es euch mit diesem Thema? Habt ihr Schwierigkeiten, Tipps oder wollt ihr einfach erzählen, wie es bei euch läuft? Ich freu mich auf eure Antworten!

Eure

Tamara_Schrift

 

Vom Einfluss traumatischer Kindheitserlebnisse auf unsere Gesundheit

Bildergebnis für sorgenpuppeEs ist also inzwischen auch medizinisch erwiesen: Traumatische Kindheitserlebnisse wie körperlicher oder sexueller Missbrauch, Gewalt in der Familie, psychische Gewalt, psychische oder physische Vernachlässigung, Drogenmissbrauch der Eltern, Psychische Erkrankung der Eltern u.ä. haben nachhaltige Auswirkungen auf unsere gesamte Gesundheit. Und zwar für unser ganzes weiteres Leben.

So werden beispielsweise die Neigung zu Depressionen/psychischen Erkrankungen, ADHS, Drogenmissbrauch, Herz-Kreislauferkrankungen, Neigung zu Selbstmord, Krebs und noch viele weitere Erkrankungen bis hin zu Veränderungen in unserer DNA Struktur, mit traumatischen Erlebnissen in der Kindheit assoziiert. Diese medizinische Erkenntnis ist hilfreich, wenn es um die Diagnose und Therapie von Erkrankungen geht. Speziell im Kindesalter kann bei entsprechender Diagnostik und Behandlung sehr viel abgefangen und verbessert bzw geheilt werden. Leider ist die Medizin noch nicht so weit, diese Erkenntnisse in die Praxis um- und dort einzusetzen. Vielleicht sind wir aber zumindest langsam am Weg dahin. Es wäre uns und unseren Nachfahren zu wünschen.

Die amerikanische Kinderärztin und Forscherin Nadine Burke Harris hat zu diesem Thema einen sehr interessanten Vortrag gehalten, den du dir hier ansehen kannst. Es lohnt sich, reinzuschauen!

Tamara Jungbauer