„Mama, ich mag dir was erzählen!“ – wie wir unser Abendritual entwickelt haben und warum es für uns nicht mehr wegzudenken ist.

schlafenEs gab Zeiten, da war das Einschlafen meines ersten Sohnes mit viel Zeit und Geduld verbunden. Letztere zu behalten, war nicht immer einfach. Heute ist er 5 und mein kleinster Mann 3 und ich liebe unser abendliches Zu-Bett-geh-Ritual!

Ich habe von Anfang an darauf geachtet, Regelmäßigkeit und viel Geborgenheit in das abendliche Zu-Bett-geh-Ritual zu bringen. Als sie noch klein waren, versuchten wir die Abfolge der hygienischen Maßnahmen, das Pyjama-anziehen, verbunden mit Massagen und Liedern zu gestalten. Je älter unsere Kinder wurden, desto wichtiger wurden die allabendlichen Geschichten.

Feste Abläufe geben Halt und Sicherheit.

Auch heute noch haben wir unsere festen Abläufe, wenn es abends heißt: „Schlafenszeit!“ Wir putzen die Zähne, waschen die Kinder, dann ziehen sie ihre Pyjamas an und suchen Bücher aus. Meist liest Papa die Geschichten vor, während sie zu dritt im (inzwischen recht engen) unteren Teil des Stockbettes liegen.

„Mama, wir wollen beten!“

Nach dem Lesen „beten“ wir. Wir nennen es so obwohl es kein Beten im eigentlichen Sinne ist. Wir lassen unseren Tag Revue passieren, sprechen über die Erlebnisse, die wir hatten, und sagen Worte der Dankbarkeit. Ich mache dies mit den Kindern einzeln, weil sie das so möchten. Während mein kleinster Mann mit wenigen Worten und viel Kuscheln zufrieden den Tag beendet, braucht mein kleiner Mann im Moment besonders viel Gespräch vor dem Schlafen.

Abendliche Gespräche stärken unsere Beziehung.

Er möchte wissen, was ich gemacht habe, um mir anschließend zu erzählen, was er erlebt hat. Meist kommen dabei Geschichten und Gedanken zutage, die wir uns während des Tages so nicht erzählen können. Vor dem Schlafen fühlen wir uns einander ganz nah und verbunden. Geheimnisse werden auf diese Weise vertrauensvoll geteilt und am Ende gleitet mein Sohn glücklich ins Land der Träume und ich ebenso glücklich hinaus ins Wohnzimmer. Manchmal stelle ich dann erst fest, dass ich gerade eine halbe Stunde mit meinem Sohn geplaudert habe. Dabei fühlte es sich nicht halb so lang an…

Ich möchte unser Abendritual nicht missen und kann nur allen Eltern dazu raten, ein – ganz individuelles, für sie und ihre Kinder – passendes zu entwickeln. Es bereichert alle Beteiligten, gibt den Kindern Geborgenheit stärkt ihr Vertrauen und die Beziehung zueinander. 

 

Alles Liebe,

Deine

Tamara_Schrift

 

 

 

 

Warum ich meinen Kindern niemals sage „Hau zurück!“

Bestimmt kennst auch du Situationen wie diese nur zu gut: dein Kind kommt weinend auf dich zugelaufen und beschwert sich über ein anderes Kind, das es an den Haaren gezogen, geschubst, getreten, geschlagen oder sonst wie unschön behandelt hat. Natürlich klopft sofort der elterliche Beschützerinstinkt an deine Herzenstür, der Vergeltung für die körperlichen und seelischen Verletzungen deines geliebten kleinen Schatzes einfordern möchte. „Hau zurück!“ scheint da oft ein elterlicher Reflex zu sein. Warum ich meinen Kindern diesen Rat jedoch nicht mit auf den Weg gebe, hat gute Gründe, wie ich finde.

Natürlich möchte ich, dass sich meine Kinder gegen Ungerechtigkeiten wehren, sich verteidigen können und sich nicht alles gefallen lassen. Mir geht es nur um die Art und Weise, wie sie lernen, sich zu wehren. Ich persönlich möchte nicht, dass meine Söhne ihre Fäuste einsetzen, um ihren Standpunkt klar zu machen.

Wehren oder abwehren?

Es gibt für mich einen grundlegenden Unterschied zwischen den Begriffen „sich wehren“ und „abwehren“. Wenn ich Schläge, Tritte oder sonstige Angriffe auf meine Person instinktiv abwehre, um möglichst nicht verletzt zu werden, ist das eine völlig natürliche Reaktion.

Wenn ich hingegen den anderen aktiv haue, also nicht als natürliche Reaktion der Abwehr, sondern weil ich meinem Gegenüber zeigen möchte, dass ich „das auch kann“, dann wehre ich mich mehr oder weniger präventiv bzw. im Nachhinein. Nicht um mich unmittelbar instinktiv zu schützen, sondern ganz bewusst. Im juristischen Sinne würde ein solches Verhalten doch auch nicht als Notwehr durchgehen!!?!

„Hau zurück!“, aber fang nicht selbst an?!?

Wenn ich Gewalt generell ablehne, so bedeutet das doch auch, dass ich nicht möchte, dass mein Kind andere schlägt. Warum sollte es dann in Ordnung sein, dass mein Kind zurück schlägt? Macht das „zurück“ die Handlung an sich akzeptabel? Für mich nicht. Schlagen geht nicht – egal ob der eine anfängt oder die andere!

Nicht zurück zu hauen heißt nicht, dass man schwächer ist. 

Ganz im Gegenteil. Wenn mein Sohn zu mir kommt und sich darüber beklagt, dass ein anderes Kind ihn geschlagen hat, dann erkläre ihm, dass er klar und deutlich sagen soll, dass er das nicht möchte und das Kind damit aufhören soll. Wenn es das nicht tut, steht es meinem Sohn frei, sich aus der Situation zurück zu ziehen, Abstand zu nehmen. Mein 5Jähriger kann sich auf diese Weise im Kindergarten sehr gut abgrenzen. Er geht generell Kindern, die schlagen, aus dem Weg und sucht die Nähe zu anderen. So würde ich das selbst auch tun. Wenn Erwachsene ihre „Fäuste sprechen lassen“, finden wir das inakzeptabel. Dies bei Kindern zu fördern, erscheint dagegen Vielen als völlig normal.

Rangeleien, Balgen, Raufen fallen in eine andere Kategorie.

Ich möchte betonen, dass ich kindliche Raufereien und Rangeleien in eine andere Kategorie einordne. Dabei geht es ja um natürliches Kräftemessen, Körperkontakt und ähnliches, bei dem alle Beteiligten einverstanden sind und gleichermaßen profitieren.

Ich möchte, dass meine Kinder sich mit Worten zu wehren wissen, nicht mit Gewalt. Deshalb bekommen sie von mir niemals den Rat „Hau zurück!“ mit auf den Weg.

Wir wehren uns, aber wir schlagen nicht. 

 

Alles Liebe,

Deine

Tamara_Schrift

 

 

 

 

Ist mein Kind hochsensibel?

Hast du die Vermutung, dass dein Kind hochsensibel sein könnte?

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Bist du unsicher, wie du dein Kind in seiner Hochsensibilität annehmen kannst? Ergeben sich Schwierigkeiten für euer Miteinander? Fühlst du dich hilflos, weißt nicht mehr weiter im Umgang mit deinem Kind?

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Deine

Tamara_Schrift

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.

Liebe Mamas!Pregnant

Heute möchte ich mit euch einen Text aus Khalil Gibrans „Der Prophet“ teilen, den ich persönlich sehr berührend finde. Er passt, wie ich finde, sehr gut zu einer achtsamen und bindungsorientierten Form der Erziehung und Eltern-Kind-Beziehung, die das Kind als individuelles Wesen mit eigenen Bedürfnissen, Gedanken und Werten schätzt und respektiert.  ♥

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.

Sie sind die Söhne und Töchter

der Sehnsucht des Lebens

nach sich selbst.

Sie kommen durch euch,

aber sie sind nicht von euch,

und auch wenn sie bei euch sind, gehören sie euch nicht.

Ihr könnt ihnen eure Liebe geben,

aber nicht eure Gedanken,

weil sie ihre eigenen Gedanken haben.

Ihr könnt ihren Körpern eine Behausung geben,

aber nicht ihren Seelen,

weil ihre Seelen im Haus von  morgen wohnen,

welches ihr nicht betreten könnt,

noch nicht einmal in euren Träumen.

Ihr könnt versuchen,

wie sie zu sein,

aber versucht nicht sie euch anzugleichen,

das Leben geht nicht rückwärts,

noch verweilt es im Gestern.

Ihr seid die Bogen,

von denen eure Kinder

als lebende Pfeile abgeschossen werden.

Der Bogenschütze sieht das Ziel

auf dem Pfad der Unendlichkeit,

und Er biegt euch mit Seiner Kraft,

damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.

Möge das Gebogenwerden

in des Schützen Hand

Freude in euch auslösen.

So wie Er den fliegenden Pfeil liebt,

so liebt Er auch den Bogen,

der fest steht.

Eure

Tamara_Schrift

Das Indianerzelt

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Urlaub auf dem Land bei der Uroma ist Abenteuer pur für meine kleinen Männer. Sie können die Haustür aufmachen und in den riesigen Garten stürmen, den ehemaligen Stall des 300 Jahre alten Bauernhofes erkunden, das viele Holz, das überall herumliegt, weil die Uroma es zum Heizen und teilweise auch zum Kochen braucht, für diverse Spiele wie Aufeinandertürmen, Schlichten, in Kisten Packen und Herumtragen uvm. verwenden. Sie finden ständig irgendein Utensil, das erkundet und in seinen vielen Funktionen ausgiebig getestet werden will. So kann ein simples Stück Seil die Kinder einen ganzen Vormittag lang beschäftigen. Der kleine Bruder zieht es umher wie eine Nachziehente, der große Bruder knotet es überall fest, baut damit Fallen und fesselt seinen kleinen Bruder oder den Papa. Ein Besen wird zum Reiten benutzt, die zahlreichen Pflanzen und Blumen der Uroma mit Liebe und Ausdauer gegossen. Zum Glück ist es gerade sehr heiß und Wasser von pflanzlicher Seite überaus erwünscht.

Als wir an einem Nachmittag vom Badeteich zurückkommen, klagt mein kleiner dennoch über Langeweile. Auch wenn er es im ersten Moment nicht annehmen kann, versichere ich ihm, dass es durchaus gut ist, sich mal zu langweilen. Nachdem er einige Minuten missmutig seiner Langweile frönt, hat er offenbar einen Geistesblitz. Wie aus heiterem Himmel packt ihn die Kreativität und er beginnt, ein Indianerzelt zu bauen. Sein Papa hilft ihm dabei, die Holzstöcke oben zusammenzubinden und die Decke zu befestigen, alles andere macht mein Sohnemann selbst.

Ich staune wieder einmal, wie kreativ und euphorisch Kinder sein können, wenn sie etwas von sich aus tun, aus eigenem Antrieb und mit Ideen, die aus ihren kleinen Köpfen entwachsen, ohne irgendeinen äußeren Einfluss. Die Freude, die dabei entsteht, ist unermesslich und echt.

Ich habe den Moment, mein Kind bei diesem erfüllenden Erleben beobachten zu dürfen, einfach nur genossen und mich von seiner Freude anstecken lassen.

Einer der vielen wunderschönen kleinen Momente mit meinen Kindern, den ich achtsam und dankbar mit ihnen teilen durfte.

Das Sterben der Hummel

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Neulich am Spielplatz fiel meinen kleinen Männern eine am Boden liegende Hummel auf, die sich seltsam bewegte. Erst rotierte sie wie betrunken im Kreis, dann wurden ihre Bewegungen langsamer, bis sie schließlich auf dem Rücken liegend verendete. Dieser ganze Prozess des Sterbens dauerte etwa 40 Minuten, in denen wir zu dritt daneben saßen, beobachteten und redeten.

Mein kleiner Mann dachte zuerst, die Hummel ruhe sich nur aus. Wahrscheinlich sei sie müde und hier sei ihre Couch, auf der sie sich zum Ausruhen hingelegt habe, meinte er. Mein kleinster Mann war ebenso fasziniert von dem, was er sah und hörte, redete seinem großen Bruder alles nach und suchte bei mir immer wieder Bestätigung für seine Annahmen. „Ist die Biene verletzt?“, wollte er immer wieder wissen. (Dass es sich hierbei um eine Hummel und weder um eine Biene, noch um eine Wespe handelte, war ein Irrtum, der sich durch die gesamte Konversation durchzog.)

Ich erklärte, dass die Hummel wohl verletzt oder krank sei, es ihr nicht gut gehe.

„Die Biene beißt!“, schrie mein Kleinster. Ihn hatte nur zwei Tage zuvor eine Hummel in den Fuß gebissen.

„Das ist eine Hummel!“, schrie darauf sein Bruder. „Die Biene beißt nicht, die sticht!“

Mein kleiner Mann wurde vor mehreren Wochen von einer Biene gestochen, auch diese schmerzvolle Erinnerung ist nicht vergessen. Er hat seitdem großen Respekt vor Bienen und allen fliegenden Tierchen, die so ähnlich wie Bienen aussehen. „Die sind böse, stimmt´s Mama?“ sagt er daher. „Nein, Bienen sind nicht böse.“, antworte ich. „Sie haben einfach Angst und dann stechen sie. Stell dir mal vor, wie groß wir in ihren Augen sind. Würden wir auf solche Riesen treffen, würden wir auch stechen, wenn wir könnten.“ Das leuchtet ein, Verständnis ist in seinem Gesicht zu erkennen.

Nebenher werden die Bewegungen der Hummel immer langsamer, nur noch an ihrem Körper ist eine schwache Atembewegung zu erkennen.

„Nicht draufsteigen!“ wird zwischendurch immer wieder von einem der beiden Jungs gebrüllt, was den jeweils anderen, der das Stückchen Wiese gerade zu durchqueren versucht, nervös nach der Hummel schauen und mitten im Gehen aufhüpfen lässt. Beide wissen: wir töten keine Tiere, sei es auch noch so ein kleines Insekt. Draufsteigen ist also Tabu.

Als es mit der Hummel sichtlich zu Ende geht, sind wir drei automatisch demütig ruhig und schauen zu. Schließlich stellen wir ihren Tod fest. „Das war schon eine Oma Hummel“, erklärt der Große dem Kleinen. „Die war schon alt.“

Als das Tierchen regungslos liegen bleibt, kommt mir eine Idee. „Wollen wir die Hummel jetzt begraben?“

Die Jungs sind begeistert dabei und so graben wir ein kleines Loch in die Kieselsteine, ich lege die Hummel hinein und wir schütten das Loch wieder zu. Ein winziger Ast mit einem Blatt dient als Kreuz. Ich spreche ein paar Abschiedworte und erkläre: „Jetzt ist sie im Hummel-Himmel.“

Daraufhin will mein Großer wissen, was den ein solcher sei und wieso man da hinkommt. Ich beantworte seine Fragen so gut ich kann, merke dabei aber auch, wie schwer es mir fällt, zu erklären. Es gibt also einen Himmel, wo wir nach dem Tod hinkommen. Gott ist auch da. Was macht er da? Warum werden wir dann begraben? Ist Gott in der Kirche gestorben? (Mein kleiner Mann weiß, dass es in der Kirche einen gewissen Mann am Kreuz gibt und hat daraus seine eigenen Schlüsse gezogen) Was macht Gott im Himmel? Fressen die Hummel jetzt die Ameisen?“ Fragen über Fragen ergeben sich in weiterer Folge und so philosophiere ich mit meinem 4jährigen Sohn über „Gott und die Welt“…

Dieses Erlebnis mag vielleicht klein und unbedeutend erscheinen. Ich habe dabei aber sehr viel Nähe zu meinen Kindern gespürt, wir waren alle drei voll und ganz hier, miteinander, haben gemeinsam erlebt. Es war ein schönes Gefühl. Die freudigen Gesichter meiner Kinder haben mein eigenes Gefühl widergespiegelt.

Diese Situation hat mir wieder gezeigt: wenn man sich auf die Welt der kleinen Leute einlässt, wird man in vielerlei Weise beschenkt!

Kommt dann eh kein Böser??

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Mein kleiner Mann liebt Geschichten von Räubern, Gespenstern, Monstern, Hexen und Helden. Er spielt gerne den Batman oder lässt seine Ritter die Burg gegen Eindringlinge verteidigen, bringt als Polizist die „Bösen“ ins Gefängnis und wenn es brennt, dann kommt er als Feuerwehrmann zum Einsatz.

Kinder beginnen mit ca. drei Jahren, sich intensiv mit ihrer eigenen Phantasie zu beschäftigen, sie zu entwickeln und stetig zu erweitern. Märchen und andere Geschichten, die magische Inhalte vermitteln und dabei noch genügend Spielraum lassen für eigene Phantasien, gewinnen nun an Bedeutung. Das Spielverhalten des Kindes verändert sich – so werden Rollenspiele wichtig, um Szenen aus dem Alltag oder aus Geschichten immer wieder „durchzuspielen“ und neu aufzurollen, und zwar so lange, bis das Kind sie vollständig verarbeiten konnte.

Diese magische Phase, die bis ins zehnte Lebensjahr hinein andauert, ist eine Zeit der Phantasie, der Magie und Zauberei. Monster und Gespenster werden als real erlebt, auch wenn es sie nur in Geschichten gibt. Rationales Beschwichtigen damit verbundener Gefühle ist ebenso unwirksam wie unangebracht. Es hilft dem Kind nicht, gesagt zu bekommen, dass es diese Monster nicht gibt. Tatsache ist, das Kind erlebt sie als existierend – ob nun in der Realität oder nur in seiner Phantasie macht dabei keinen allzu großen Unterschied.

Die kindlichen Ängste ernst nehmen

Es ist also wichtig, dem Kind zu vermitteln, dass wir es ernst nehmen. Die Monster mögen zwar nicht real sein, die Ängste des Kindes jedoch sind es. Was zählt ist also, sie anzuerkennen und ihnen Raum zu geben.

Wenn das Kind von einem Monster oder ähnlichem spricht, kann es helfen, genauer nachzufragen: wie sieht es aus? Wie groß ist es? Welche Farbe hat es? Was macht es denn?

Auf diese Weise erfährt das Kind, dass es ernst genommen wird. Gleichzeitig werden viele Ängste kleiner, indem man ihnen einen Namen oder ein Gesicht gibt. Wir können das Kind auch dazu ermuntern, dass es sein Monster malt, wenn das verbale Beschreiben vielleicht schwer fällt.

Was wir jedoch vermeiden sollten ist, kindliche Ängste  mit Aussagen wie „da ist doch kein Monster“, „ist doch nicht schlimm“ oder ähnlichem abzutun.

Monsterfresserpuppe und Bösen-Falle

Es ist schon eine Weile her, dass ich mit meinem kleinen Mann zusammen eine Monsterfresserpuppe gebastelt habe. Sie liegt immer in seinem Bett und frisst – wie der Name schon sagt – alle Monster auf, die sich nächtens ins Kinderzimmer wagen.

Bei einem Gespräch mit ihm neulich erfuhr ich, dass es „die Bösen“ sind, die ihm zur Zeit am meisten zu schaffen machen – konkret: Diebe, Einbrecher und Räuber, die in unsere Wohnung eindringen könnten. Also haben wir gemeinsam überlegt und schließlich eine Falle gebaut: wir haben eine Schuhschachtel verziert, ein Loch in den Deckel geschnitten und mein Sohn hat noch einen Zettel drauf geschrieben: „Liebe Böse, hier habt ihr schönes Essen“ – ein Lockruf sozusagen 🙂

Dann noch einen Stein mit einem selbst erfundenen Zauberspruch belegt, in die Kiste gelegt – zusammen mit einer Decke aus Filz, denn wir wollen ja nicht, dass die Bösen es allzu ungemütlich haben und ein paar Süßigkeiten – und fertig war die Falle! Ach ja, zur Erklärung für alle, denen das Prinzip der Falle unbekannt ist: durch den Zauberstein werden die „Bösen“ klein wie eine Kartoffel und in die Kiste gezaubert, wo sie dann gefangen sind. Am nächsten Morgen können sie dann wieder in die Natur gelassen werden, denn – wie mein kleiner Mann feststellte – „die kommen dann nicht wieder“.

Kindern ihren eigenen Weg zur Angstbewältigung zugestehen

Wir können Kindern dabei helfen, ihre Ängste durchzustehen, sie dabei begleiten und bei Bedarf Trost spenden. Allerdings ist es auch wichtig Vertrauen in sie zu haben. Kinder finden ihren Weg, mit Ängsten fertig zu werden, auch wenn wir diesen oft nicht (gleich) verstehen können. So wie ein Kind seinen Kuschelhasen überall hin mitschleppt, wird ein anderes Kind zeitweilig einen imaginären Begleiter erfinden, wieder ein anderes braucht dafür den Schnuller noch ein Weilchen länger. Die Arten der Kinder, mit ihren Ängsten umzugehen, sind vielfältig und wertvoll. Deshalb sollten wir ihnen vertrauen und ihnen ihre eigenen Mittel und Wege lassen.

Fazit: Die Ängste von Kindern immer ernst nehmen. Vertrauen in die Kinder haben, sie dabei begleiten und ihnen ihren eigenen Weg mit ihrer Angst umzugehen, zugestehen.

Eure

Tamara_Schrift

Angebot

 Die Herzenspädagogische Familienbegleitung und -beratung für dich

Kostenloses Informationsgespräch

Hast du Interesse, bist aber noch unsicher, ob die Herzenspädagogische Familienberatung etwas für dich ist? Möchtest du mich persönlich kennen lernen und dir ein besseres Bild von meiner Arbeit machen?

Bei einem kostenlosen Infogespräch erkläre ich dir vorab, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte, du kannst mir schon einmal in Umrissen erzählen, worum es geht und dir so einen besseren Eindruck machen.

Anfrage unter: jungbauer@erziehungskiste.net 

Einzelsetting

Beim Einzelsetting komme ich zu dir nach Hause*. Auf diese Weise ersparst du dir die Wegzeit und kannst in deiner gewohnten familiären Umgebung über die Themen sprechen, die dir am Herzen liegen. Dein/e Kind/er  ist/sind dabei sehr willkommen und erwünscht.

*Auf Wunsch können wir die Beratung auch gern bei mir machen.

Kosten: 70€ für das Erstgespräch (Dauer: 90 Minuten)

50€ für jede weitere Einheit (1 Einheit = 60 Minuten)

Gruppensetting

Wenn du eine Freundin mit ähnlichen Problemen hast oder mehrere andere Eltern findest, die Interesse daran haben, zu einem speziellen pädagogischen Thema mehr zu erfahren, so biete ich auch Gruppenbegleitungen an. Gruppengröße: 2 bis maximal 5 Eltern.

Ort: bei dir zu Hause, auf Wunsch auch bei mir möglich.

Kosten: 70€ pro Einheit (1 Einheit = 60 Minuten)

Email Beratung

Diese hat den Vorteil der zeitlichen Flexibilität. Du schreibst mir unter jungbauer@erziehungskiste.net, wann es sich für dich am besten einrichten lässt und erhältst von mir so rasch wie möglich eine ausführliche Antwort. Die Online Begleitung erfolgt über einen Zeitraum von 4 Wochen, in dem ich dich zu sämtlichen Fragen online begleite. Sie ist kostengünstiger, da bei dieser Variante die Wegzeit für mich wegfällt.

Starttermin der Online Beratung ist das Datum des Zahlungseingangs.

Kosten: 60€ für die erste Einheit (1 Einheit = 1 Monat)

50€ für jede weitere Einheit

Online Sprechstunde

Vorteile der Online Sprechstunde:

  • – die zeitliche Flexibilität: du entscheidest, wann du dir Zeit nehmen möchtest. Zusätzliche Wegzeiten fallen weg, es bleibt mehr Raum für das Wesentliche.
  • – schriftliche Beratung kommt schneller auf den Punkt: sich schriftlich auszudrücken bedarf schon einer gewissen gedanklichen Vorbereitung – ich überlege erst, dann schreibe ich. Dadurch erspart man sich viel „zwischen den Zeilen“.
  • – Vorteile gegenüber der Email Beratung: die sofortige Beantwortung deiner Fragen, die Möglichkeit zum live Austausch (so sind Rückfragen direkt möglich anstatt zeitversetzt).
  • – Da die Online Sprechstunde in 30 Minuten Einheiten buchbar ist, kannst du sie auch gut für Fragen zwischendurch nutzen.

Wie funktioniert die Online Sprechstunde?

Du schreibst mir eine Email unter jungbauer@erziehungskiste.net oder rufst mich an (siehe Kontaktdaten rechte Spalte) und wir vereinbaren einen Termin, der für dich passt. Die Online Sprechstunde findet entweder über einen privaten Chat (dessen Link ich dir jeweils zusende), telefonisch oder via Skype statt.

Damit wir so bald wie möglich loslegen können, bitte ich dich, mir in der Zwischenzeit die Kosten für die Beratungseinheit auf mein Konto zu überweisen.

Kosten: 20€ pro Einheit (1 Einheit = 30 Minuten)


Sozialtarif: 

Hast du dringend Bedarf an pädagogischer Beratung, befindest dich aber in einer finanziell schwierigen Lage? Ich biete laufend eine gewisse Anzahl von Plätzen mit Sozialtarif an. Einfach nachfragen!


Hinweis: In jedem Fall behandle ich deine Daten absolut vertraulich, die Beratung erfolgt unter Datenschutz und auf Wunsch auch anonym. 

Außerdem in der Erziehungskiste:

Mein Online Kursangebot

Interesse?

Dann schicke mir ein Mail an jungbauer@erziehungskiste.net 

 

 

Ich freu mich auf ein Kennenlernen!

Mag. Sonja Redl-Gerstenbräun: „Über Gefühle, Instinkte und die Stimmen von außen, die meinen, man solle alles anders machen“

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Mag. Sonja Redl (*1987) lebt mit ihrem Mann, ihrer Tochter und ihren Hunden in Tirol. Sie hat Germanistik studiert und bis zur Karenz als Projektleiterin und Deutschtrainerin im Integrationsbereich gearbeitet. Sie beschäftigt sich seit der Geburt ihrer Tochter mir Themen wie Tragen, Stillen, Stoffwickeln und Bindungsorientierter Erziehung.

Sonja schreibt heute aus ihrer Sicht als Mama, worauf es in ihren Augen ankommt in der Kindererziehung und welche Erfahrungen sie selbst in ihrer Mutterrolle bisher gemacht hat.

Danke dafür, liebe Sonja!


Über Gefühle, Instinkt und die Stimmen von außen, die meinen, man solle alles anders machen

Ich bin Mutter einer 10 Monate alten Tochter, die mir jeden Tag aufs Neue zeigt, wie einfach das Leben sein könnte, wenn wir unseren Instinkten und dem berühmt- berüchtigten Bauchgefühl öfter mal trauen würden.

Aber beginnen wir von Anfang an. Ich wurde schwanger. Freudig geplant, nach dem Studium, nach der Hochzeit – ehrlich, Hollywood hätte es nicht kitschiger und romantischer schreiben können – aber ich muss immer sehr lachen, wenn mir diese Idylle wieder bewusst wird, da mein Mann und ich definitiv die unromantischsten Menschen sind, die ich so kenne. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle auch kurz uns beschreiben, damit ihr euch ein Bild machen könnt. Er, DER Mann meines Lebens, ist beinahe zwei Meter groß, ordentlich tätowiert, fuhr, als wir uns kennenlernten, ein tolles Motorrad, hört ganz böse Metal- Musik und steht auf Horrorfilme. Ich, fast einen halben Meter kürzer, damals altersbedingt noch nicht bunt, selbiger Musikgeschmack und ziemlich nerdy, was Bücher betrifft. Wir kamen, sahen und die Liebe siegte- oder so ähnlich. Jedenfalls sind wir seit 11 Jahren ein ziemlich abgedrehtes, dafür aber umso glücklicheres Paar.

So…und vor beinahe 2 Jahren war es dann so weit- uns war langweilig, wir wollten nicht mehr ausschlafen, die durchzechten Nächte waren lange vorüber. Was also tun? Genau, wir planten Nachwuchs. Ende November zog Krümel in meinen Bauch ein, Ende August erblickte dann die kleine Hexe mit einiger Verspätung das Licht der Welt und stellt seither alles auf den Kopf.

In unserem Freundeskreis war ich so ziemlich die erste, die diesen neuen Lebensabschnitt erleben durfte. Das Glück war mir hold, ich erlebte eine wundervolle, störungsfreie Schwangerschaft, eine Woche nach dem errechneten Termin unternahmen wir noch (mit Baby im Bauch, versteht sich) eine kleine Wanderung – ich war also bis zum Schluss absolut fit und guter Dinge. Keine nervigen Anrufe von Verwandten und Freunden, kaum gut gemeinte Ratschläge, kaum bemitleidende Blicke. Aber warum ging es mir genau so und nicht anders? Viele der Frauen, die ich in diversen Kursen für Schwangere traf, waren genervt, genervt und nochmal genervt – von allen Seiten wurde auf sie eingeredet, „tu‘ dies, lass‘ jenes…“ – viele von euch werden das vermutlich auch kennen.

Was lief bei mir eigentlich falsch? 😉 Es war eigentlich ganz einfach. Ich lernte schon während der Schwangerschaft das Prinzip des selektiven Hörens anzuwenden (übrigens auch sehr beliebt bei Kindern und/oder Männern, die diverse Hausarbeiten verrichten sollen 😉 ). Wann immer mir jemand was über die Schrecken der Geburt erzählte, wurde ich sozusagen taub. Manchmal sagte ich auch deutlich, dass mich das einfach nicht interessiert und ich es nicht hören will.

Ich freute mich auf die Geburt. Ich las in der Schwangerschaft kein einziges Buch darüber, zog keinen Ratgeber zur Rate, hörte auf keinen der selbsternannten Experten, die immer und überall ungefragt ihre Meinung kundtun müssen. Ich vertraute auf mich. Auf meinen Körper. Mein Körper ist dazu geschaffen, Kinder zu gebären. Punkt, aus, ENDE. So einfach war das. Ich war und bin der festen Überzeugung, dass mein Körper mir zeigt, was ich wann zu tun habe.

So geschah es dann auch. Ich hatte einen vorzeitigen Blasensprung, bis die Geburt in Gang kam, vergingen fast 24 Stunden. Weitere sechs Stunden später war unsere Hexe in meinen Armen – unkompliziert, ohne Interventionen – einfach so. Es war also genau so gekommen, wie ich mir das auch vorgestellt habe – mein Körper leitete meinen Geist an – oder umgekehrt…wer weiß das schon so genau. Das kleine Wesen schlüpfte sanft und leise (ich war es eher weniger 😉 ), war innerhalb weniger Minuten dank gekonntem Hebammengriff an meiner Brust angedockt, nuckelte zufrieden vor sich hin und schlief ganz sanft ein, während rund um mich herum die Schweinerei beseitigt wurde.

Ja, ich wollte stillen – Gedanken hatte ich mir aber nie großartig darüber gemacht. Wird schon klappen, bin dafür gebaut. Und wieder kam es genau so. Stillstart ohne Schwierigkeiten, mein Kind stillte die ersten Wochen stundenlang und ich ruhte mich währenddessen aus. Es dauerte keine Woche, bis ich quasi wieder durchschlief, während die kleine Hexe zufrieden an der Brust hing.

Mittlerweile sind 10 Monate vergangen und mein Kind wird noch gestillt. Bestimmt bleibt uns die Stillbeziehung auch noch ein weiteres Jahr erhalten. Wir werden sehen, wie sich alles entwickelt – aber ich vertraue darauf, dass mein Kind weiß, was es braucht und sich irgendwann selbst abstillen wird. Ohne Zwang und Druck von außen.

Im Rückbildungskurs hörte ich oft erschöpfte Mütter jammern, weil ihre Babys nicht durchschliefen, sich nicht ablegen ließen, schlecht einschliefen – die ganze Palette an Problemen eben, die jede frischgebackene Mutter kennt. Meine Tochter wohnte sozusagen die ersten 8 Wochen im Tragetuch. Ich nahm sie überallhin mit, erledigte die Hausarbeit mit ihr im Tuch, legte sie kaum ab. Sie war zufrieden, ich war es auch – alles wunderbar, oder?

Das soll nicht heißen, dass wir keine Probleme hatten oder haben, immer alles wunderbar läuft , meine Tochter wie durch ein Wunder das bravste Kind der Welt ist oder ich die perfekte Supermama bin. Ganz im Gegenteil, auch bei uns läuft es manchmal unrund und es gibt Nächte, die mein Kind dauernuckelnd an der Brust verbringt. Allerdings erleichtern mir Tragetuch, Familienbett und Stillen das Leben erheblich. Wenn die kleine Hexe einmal Verstärkung an der Zwergenfront in Form eines Geschwisterchens bekommt, bin ich mir sicher, dass vor allem das Tragetuch mir die nötige Flexibilität verleihen wird, um sowohl dem Nähebedürfnis eines Neugeborenens als auch dem Spieltrieb einer 2-, 3- oder 4- jährigen nachkommen zu können. Möglicherweise etwas unausgeschlafen – denn sind wir uns ehrlich, den Schlaf, den wir als kinderlose Frauen hatten, bekommen wir wohl nie wieder zurück – aber man gewöhnt sich an weniger Schlaf und spätestens nach ein paar Wochen mit Baby findet man einen Rhythmus, um nicht nur zu überleben, sondern das Leben auch wieder zu genießen. Bis zum nächsten Schub oder zur nächsten Phase. Oder bis zum nächsten Zahn.

Mittlerweile ist sie natürlich höchst mobil und eine richtige wilde Hummel, aber auch sie hat Tage, an denen irgendwie so gar nichts klappt, sie nur getragen werden möchte, an der Brust hängt oder sonst einfach anhänglich ist. Ich bin ja in der glücklichen Position, zu Hause sein zu dürfen. Wenn sie also sehr viel Nähe braucht, bekommt sie die eben. Ich putze heute noch am liebsten mit ihr im Tragetuch auf dem Rücken (wer weiß, was ihr sonst so einfällt 😉 ).

So…und wenn ich das alles so erzähle, kommen wieder die Stimmen, die meinen „Um Himmels Willen, das Kind bekommst du NIE WIEDER aus eurem Bett“, „Waaaaas??? Ihr stillt immer noch???“, „Wie kannst du das Kind immer tragen?? Die wird später auch immer nur getragen werden wollen“ – ihr kennt bestimmt solche oder ähnliche Kommentare. Wisst ihr, was mir da unglaublich hilft? Sarkasmus. Ironie. Und zu guter letzt natürlich wieder selektives Hören 😉 .

Worauf ich hinauswill, ist einfach – hört auf euer Bauchgefühl und nicht auf das, was andere sagen. Wenn ihr das Gefühl habt, euer Kind möchte getragen werden- tragt es! Wenn ihr fühlt, dass euer Kind Nähe braucht – gebt sie ihm. Nicht die anderen kennen euer Kind – ihr selbst kennt es am allerbesten. Und ihr selbst müsst mit eurem Kind Tag für Tag leben. Hört auf eure innere Stimme, auf euer Bauchgefühl – vertraut eurem Instinkt und nicht irgendwelchen Erziehungsratgebern.

Es gibt Tage, da stoße ich an meine Grenzen. Da möchte ich nur ganz schnell weg, mal eine Stunde raus, ohne Kind – und garantiert hat an diesem Tag die Oma keine Zeit, der Mann ist außer Haus – es bleibt mir also nichts anderes übrig, als irgendwie damit klar zu kommen. Und gerade dann, wenn ich kurz vorm Durchdrehen bin, macht meine kleine Hexe irgendetwas so unfassbar Niedliches, dass alle Strapazen vergessen sind und ich sofort neue Energie habe.

Und wisst ihr was? Fast immer, wenn es bei uns irgendwie unrund läuft, habe ich irgendwo aufgeschnappt, dass man in dieser oder jener Situation irgendwas Bestimmtes machen (oder lassen) soll – und ich denke mir „na gut, vielleicht klappt es ja“ (denn leider bin ja auch ich nicht immer ganz frei von äußeren Einflüssen). Ratet mal? Klappt nicht. Jedes Mal, wenn ich nicht auf mein Gefühl höre, läuft es unrund.

Wir sind Mütter und wollen nur das beste für unsere Zwerge. So viel steht fest. Ob Stillen oder Flasche, Familienbett oder eigenes Zimmer, ob Tragen oder Kinderwagen – es spielt keine Rolle. Macht nur einfach das, was ihr für richtig haltet – und zwar nicht, weil es irgendwo steht, weil es irgendjemand sagt- sondern schlicht und einfach, weil ihr fühlt, dass es richtig ist.

Natürlich gibt es Tage, an denen alles schief läuft, man sich fragt, warum man sich das eigentlich antut, man sich einfach nur wünscht, das Kind würde endlich schlafen. Diese Tage kommen und gehen und werden uns alle durch die gesamte Kindheit begleiten. Normalerweise gehen solche Tage aber auch wieder vorbei. Wenn ihr wirklich mal nicht weiterwisst oder dauerhaft in der Krise steckt, dann holt euch bitte Hilfe. Sei es bei Oma & Opa, die euch durch einen kleinen Spaziergang mit dem Baby ein bisschen Zeit für Geschwisterkind/ Haushalt/ in Ruhe duschen verschaffen oder auch bei schwerwiegenderen Problemen, die nicht durch eine Stunde babyfrei gelöst werden können, wirklich professionelle Hilfe in Form von (je nach Problem) Hebamme, Stillberaterin, Schreiambulanz, Hausarzt, Psychologe. Was mir persönlich immer hilft, ist einfach mal kurz so richtig auskotzen bei gleichgesinnten Mamas. Mamas, die, wie ich, bedürfnisorientiert erziehen möchten – und manchmal merken, wie anstrengend das sein kann.

Ein Kind zu bekommen und zu erziehen ist kein Spaziergang. Es ist anstrengend, mühsam, schlafrauben. Zumindest zeitweise. Aber es ist auch das wundervollste, was ich bisher erlebt habe und ich hoffe, euch geht es auch so.

In diesem Sinne – genießt das Leben als MUTTER, genießt eure Kinder und lernt zu vertrauen – euch selbst und euren Kindern, denn sie wissen sehr wohl, was sie tun 🙂

Text und Foto: Mag. Sonja Redl-Gerstenbräun