FKK am Wasserspielplatz – „Mama, was macht der Mann da??“

20160813_163013Heute möchte ich eine kleine Anekdote aus dem – manchmal wahrhaft irren – Familienalltag mit euch teilen 🙂 Neulich war ich nämlich mit meinen Männern am Wasserspielplatz. Das Wetter war perfekt – nicht zu heiß und nicht zu kalt – und obwohl es ein Samstag war, hielt sich die Besucherzahl stark in Grenzen. Eine Familie jedoch fiel dann doch so sehr aus dem Rahmen, dass mir beinahe zwanzig andere Besucher stattdessen lieber gewesen wären. Doch erst mal alles der Reihe nach.

Meine Männer waren gerade dabei, den Spielplatz zu entdecken und ich hatte endlich mal ein paar Minuten für mich. Ich beobachtete das Bild, das sich mir darbot, schnupperte an der frischen Luft und begab mich in die Waagrechte, um den Moment vollkommen auszukosten. Da hörte ich plötzlich einen Satz, der meiner Entspannung ein abruptes Ende setzte.

Läusealarm!

„Ich muss dann bald heim, ich hab noch einen Berg Wäsche zu waschen wegen all der Läuse und Wurmeier und dem ganzen Zeugs…“ Ich drehte mich in die Richtung, aus der ich die Stimme vernommen hatte. Der Satz kam von einer Mutter, die mit ihrem Mann, ihren drei Kindern und einer Freundin mit deren Kind hier waren. Zwei der Kinder spielten gerade in unmittelbarer Umgebung  meiner Jungs und kurz darauf gesellte sich auch noch der Vater mit dem Kleinsten (was für ein prächtiger Lockenkopf!) auf das Boot zu meinen Jungs. Nun ja, meine Entspannung wich einer kleinen Unruhe. Läuse? Wurmeier? Bitte nicht!!!

Als ich etwas später dann mit meinen Söhnen auf besagtem Boot stand, hörte ich die Frau am Telefon noch berichten, dass sie einem ihrer Kinder die Haare abgeschert hatte wegen der Läuse (ja, der kleine Glatzkopf spielte die ganze Zeit mit meinen Kindern oder zumindest rund um sie herum).

Ich beruhigte mich damit, dass Läuse ja in der Regel nur durch sehr nahen Körperkontakt und meines Wissens nach auch nicht übers Wasser übertragbar waren. Ich muss hinzufügen, wir hatten letztes Jahr über den Kindergarten einmal Läuse abbekommen und dieses Erlebnis reicht mir einmal im Leben. Nur damit du meine aufkeimende Panik nachvollziehen kannst 😉

Einmal waschen bitte!

Die Familie war dann schließlich dabei, langsam aufzubrechen. Frau Mutter ruft noch schnell ihre zwei Ältesten zusammen mit den Worten „Kommt, gehen wir uns noch schnell waschen, bevor wir gehen!“ Ich dachte, sie würde die Duschen anzielen, aber da tänzelte sie schon – einzig mit einem Bikinihöschen bekleidet – an mir vorbei und ließ sich in das ca. 20 cm hohe eiskalte Wasser des Spielplatzes fallen, ribbelte sich einmal schnell über ihren unbekleideten Körper und war wieder draußen. Ihre Kinder taten es ihr gleich.

Ich muss dazu sagen: gleich daneben gibt es offene Duschen, die ideal für solche körperlichen Reinigungen sind. Noch dazu hatten sie ihre Decken direkt neben den Duschen aufgelegt, also übersehen haben konnte sie sie auf keinen Fall. Aber ok, ich dachte mir eben meinen Teil und widmete mich wieder meiner selbst.

Und dann kam es noch dicker…

Mama, Freundin und alle ihnen eigenen Kinder waren bereits gereinigt und aus dem Spielplatz draußen, als der Familienvater plötzlich in Richtung Wasser spazierte. Ganz gemütlich in seiner Badehose und mit Handtuch um die Schulter. Ich ahnte schon, was gleich passierte. Aber es kam noch besser.

Herr Papa zog sich nun in aller Seelenruhe aus – wie gesagt: bis dahin war er zumindest noch in Badehose – und setzte sich gänzlich nackt ins Eiswasser, so als würde er seine private Badewanne besteigen. Ich und alle anderen Besucher konnten nicht anders als mit offenen Mündern auf diese skurrile Szene zu starren. Es war ähnlich  einem schrecklichen Unfall, bei dem man einfach nicht wegschauen kann…

„Bitte, wos is´n mit dem los?“

Einen Augenblick später hörte ich hinter mir zwei in Uniformen bekleidete Radfahrer ankommen, die diese sich uns allen darbietende Szene auch nicht fassen konnten. Sie bremsten sich ein und stürmten den Spielplatz, gingen sofort zu dem Vater und stellten ihn zur Rede.

Ich muss dazu sagen: die Situation stellte sich ihnen natürlich noch um einiges drastischer dar, denn der Mann war völlig alleine, seine Familie war ja schon längst über alle Berge und so war alles, was die Uniformierten sahen ein Nackter im Kinderbecken.

„Sind ja eh keine Kinder mehr da!“

Der Mann tat mir dann fast schon ein bisschen leid, denn er hatte ja wirklich enormes Pech, dass gerade in dem Moment, als er es sich so richtig gemütlich im Kinderbecken machen wollte, diese Parkwächter vorbei kamen. Seine Behauptung, dass gar keine Kinder mehr da seien, war wohl reine Notwehr. Mit gesenktem Haupt und blitzschnell bekleidet verließ er sogleich den Spielplatz.

„Mama, was macht der Mann da?“

Angesichts der Situation – ein (nackter) Mann, den alle Leute anstarren und der dann auch noch von zwei Männern in Uniform (für Kinder natürlich sofort als Polizisten eingestuft) laut und verärgert des Platzes verwiesen wird – waren natürlich meine Kinder sehr neugierig und wollten wissen, was da los ist.

Mein kleiner Mann fragte nach, aber mir fiel es wirklich schwer, ihm eine passende Antwort zu geben, da ich schließlich vor Lachen weinend da stand und nicht fassen konnte, wie absurd das Leben manchmal sein kann :-)))

Habt ihr auch schon ähnlich skurrile Situationen mit euren Zwergen gemeinsam erlebt? Dann schickt mir eure Anekdoten doch, verlinkt sie hier oder auf meiner Facebook Seite!! Ich freu mich auf lustige Geschichten 🙂

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Eure

Tamara_Schrift

Warum ich meinen Kindern niemals sage „Hau zurück!“

Bestimmt kennst auch du Situationen wie diese nur zu gut: dein Kind kommt weinend auf dich zugelaufen und beschwert sich über ein anderes Kind, das es an den Haaren gezogen, geschubst, getreten, geschlagen oder sonst wie unschön behandelt hat. Natürlich klopft sofort der elterliche Beschützerinstinkt an deine Herzenstür, der Vergeltung für die körperlichen und seelischen Verletzungen deines geliebten kleinen Schatzes einfordern möchte. „Hau zurück!“ scheint da oft ein elterlicher Reflex zu sein. Warum ich meinen Kindern diesen Rat jedoch nicht mit auf den Weg gebe, hat gute Gründe, wie ich finde.

Natürlich möchte ich, dass sich meine Kinder gegen Ungerechtigkeiten wehren, sich verteidigen können und sich nicht alles gefallen lassen. Mir geht es nur um die Art und Weise, wie sie lernen, sich zu wehren. Ich persönlich möchte nicht, dass meine Söhne ihre Fäuste einsetzen, um ihren Standpunkt klar zu machen.

Wehren oder abwehren?

Es gibt für mich einen grundlegenden Unterschied zwischen den Begriffen „sich wehren“ und „abwehren“. Wenn ich Schläge, Tritte oder sonstige Angriffe auf meine Person instinktiv abwehre, um möglichst nicht verletzt zu werden, ist das eine völlig natürliche Reaktion.

Wenn ich hingegen den anderen aktiv haue, also nicht als natürliche Reaktion der Abwehr, sondern weil ich meinem Gegenüber zeigen möchte, dass ich „das auch kann“, dann wehre ich mich mehr oder weniger präventiv bzw. im Nachhinein. Nicht um mich unmittelbar instinktiv zu schützen, sondern ganz bewusst. Im juristischen Sinne würde ein solches Verhalten doch auch nicht als Notwehr durchgehen!!?!

„Hau zurück!“, aber fang nicht selbst an?!?

Wenn ich Gewalt generell ablehne, so bedeutet das doch auch, dass ich nicht möchte, dass mein Kind andere schlägt. Warum sollte es dann in Ordnung sein, dass mein Kind zurück schlägt? Macht das „zurück“ die Handlung an sich akzeptabel? Für mich nicht. Schlagen geht nicht – egal ob der eine anfängt oder die andere!

Nicht zurück zu hauen heißt nicht, dass man schwächer ist. 

Ganz im Gegenteil. Wenn mein Sohn zu mir kommt und sich darüber beklagt, dass ein anderes Kind ihn geschlagen hat, dann erkläre ihm, dass er klar und deutlich sagen soll, dass er das nicht möchte und das Kind damit aufhören soll. Wenn es das nicht tut, steht es meinem Sohn frei, sich aus der Situation zurück zu ziehen, Abstand zu nehmen. Mein 5Jähriger kann sich auf diese Weise im Kindergarten sehr gut abgrenzen. Er geht generell Kindern, die schlagen, aus dem Weg und sucht die Nähe zu anderen. So würde ich das selbst auch tun. Wenn Erwachsene ihre „Fäuste sprechen lassen“, finden wir das inakzeptabel. Dies bei Kindern zu fördern, erscheint dagegen Vielen als völlig normal.

Rangeleien, Balgen, Raufen fallen in eine andere Kategorie.

Ich möchte betonen, dass ich kindliche Raufereien und Rangeleien in eine andere Kategorie einordne. Dabei geht es ja um natürliches Kräftemessen, Körperkontakt und ähnliches, bei dem alle Beteiligten einverstanden sind und gleichermaßen profitieren.

Ich möchte, dass meine Kinder sich mit Worten zu wehren wissen, nicht mit Gewalt. Deshalb bekommen sie von mir niemals den Rat „Hau zurück!“ mit auf den Weg.

Wir wehren uns, aber wir schlagen nicht. 

 

Alles Liebe,

Deine

Tamara_Schrift

 

 

 

 

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Deine

Tamara_Schrift

Doku-Tipp: Die Zuckerlüge

Die große Zuckerlüge ist eine sehr spannende Arte Doku, die das Thema Zucker als Bestandteil unserer heutigen Ernährungsweise unter die Lupe nimmt.
Macht übermäßiger Zuckerkonsum krank oder oder sind derartige Behauptungen schlichte Panikmache?

Haben medizinische Wissenschaftler, die Zucker als Gift für den menschlichen Körper bezeichnen, recht oder doch die großen Konzerne, die verhindern wollen, dass Zucker ein negatives Image erhält?

Und wenn wir uns darüber im klaren sind, dass zu viel Zucker krank macht, so bleibt immer noch die Frage: was ist zu viel?

Eine sehenswerte Doku.

Tamara Jungbauer

Vom Einfluss traumatischer Kindheitserlebnisse auf unsere Gesundheit

Bildergebnis für sorgenpuppeEs ist also inzwischen auch medizinisch erwiesen: Traumatische Kindheitserlebnisse wie körperlicher oder sexueller Missbrauch, Gewalt in der Familie, psychische Gewalt, psychische oder physische Vernachlässigung, Drogenmissbrauch der Eltern, Psychische Erkrankung der Eltern u.ä. haben nachhaltige Auswirkungen auf unsere gesamte Gesundheit. Und zwar für unser ganzes weiteres Leben.

So werden beispielsweise die Neigung zu Depressionen/psychischen Erkrankungen, ADHS, Drogenmissbrauch, Herz-Kreislauferkrankungen, Neigung zu Selbstmord, Krebs und noch viele weitere Erkrankungen bis hin zu Veränderungen in unserer DNA Struktur, mit traumatischen Erlebnissen in der Kindheit assoziiert. Diese medizinische Erkenntnis ist hilfreich, wenn es um die Diagnose und Therapie von Erkrankungen geht. Speziell im Kindesalter kann bei entsprechender Diagnostik und Behandlung sehr viel abgefangen und verbessert bzw geheilt werden. Leider ist die Medizin noch nicht so weit, diese Erkenntnisse in die Praxis um- und dort einzusetzen. Vielleicht sind wir aber zumindest langsam am Weg dahin. Es wäre uns und unseren Nachfahren zu wünschen.

Die amerikanische Kinderärztin und Forscherin Nadine Burke Harris hat zu diesem Thema einen sehr interessanten Vortrag gehalten, den du dir hier ansehen kannst. Es lohnt sich, reinzuschauen!

Tamara Jungbauer