Eure Kinder sind nicht eure Kinder.

Liebe Mamas!Pregnant

Heute möchte ich mit euch einen Text aus Khalil Gibrans „Der Prophet“ teilen, den ich persönlich sehr berührend finde. Er passt, wie ich finde, sehr gut zu einer achtsamen und bindungsorientierten Form der Erziehung und Eltern-Kind-Beziehung, die das Kind als individuelles Wesen mit eigenen Bedürfnissen, Gedanken und Werten schätzt und respektiert.  ♥

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.

Sie sind die Söhne und Töchter

der Sehnsucht des Lebens

nach sich selbst.

Sie kommen durch euch,

aber sie sind nicht von euch,

und auch wenn sie bei euch sind, gehören sie euch nicht.

Ihr könnt ihnen eure Liebe geben,

aber nicht eure Gedanken,

weil sie ihre eigenen Gedanken haben.

Ihr könnt ihren Körpern eine Behausung geben,

aber nicht ihren Seelen,

weil ihre Seelen im Haus von  morgen wohnen,

welches ihr nicht betreten könnt,

noch nicht einmal in euren Träumen.

Ihr könnt versuchen,

wie sie zu sein,

aber versucht nicht sie euch anzugleichen,

das Leben geht nicht rückwärts,

noch verweilt es im Gestern.

Ihr seid die Bogen,

von denen eure Kinder

als lebende Pfeile abgeschossen werden.

Der Bogenschütze sieht das Ziel

auf dem Pfad der Unendlichkeit,

und Er biegt euch mit Seiner Kraft,

damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.

Möge das Gebogenwerden

in des Schützen Hand

Freude in euch auslösen.

So wie Er den fliegenden Pfeil liebt,

so liebt Er auch den Bogen,

der fest steht.

Eure

Tamara_Schrift

Das Indianerzelt

20150814_200052 (2)

Urlaub auf dem Land bei der Uroma ist Abenteuer pur für meine kleinen Männer. Sie können die Haustür aufmachen und in den riesigen Garten stürmen, den ehemaligen Stall des 300 Jahre alten Bauernhofes erkunden, das viele Holz, das überall herumliegt, weil die Uroma es zum Heizen und teilweise auch zum Kochen braucht, für diverse Spiele wie Aufeinandertürmen, Schlichten, in Kisten Packen und Herumtragen uvm. verwenden. Sie finden ständig irgendein Utensil, das erkundet und in seinen vielen Funktionen ausgiebig getestet werden will. So kann ein simples Stück Seil die Kinder einen ganzen Vormittag lang beschäftigen. Der kleine Bruder zieht es umher wie eine Nachziehente, der große Bruder knotet es überall fest, baut damit Fallen und fesselt seinen kleinen Bruder oder den Papa. Ein Besen wird zum Reiten benutzt, die zahlreichen Pflanzen und Blumen der Uroma mit Liebe und Ausdauer gegossen. Zum Glück ist es gerade sehr heiß und Wasser von pflanzlicher Seite überaus erwünscht.

Als wir an einem Nachmittag vom Badeteich zurückkommen, klagt mein kleiner dennoch über Langeweile. Auch wenn er es im ersten Moment nicht annehmen kann, versichere ich ihm, dass es durchaus gut ist, sich mal zu langweilen. Nachdem er einige Minuten missmutig seiner Langweile frönt, hat er offenbar einen Geistesblitz. Wie aus heiterem Himmel packt ihn die Kreativität und er beginnt, ein Indianerzelt zu bauen. Sein Papa hilft ihm dabei, die Holzstöcke oben zusammenzubinden und die Decke zu befestigen, alles andere macht mein Sohnemann selbst.

Ich staune wieder einmal, wie kreativ und euphorisch Kinder sein können, wenn sie etwas von sich aus tun, aus eigenem Antrieb und mit Ideen, die aus ihren kleinen Köpfen entwachsen, ohne irgendeinen äußeren Einfluss. Die Freude, die dabei entsteht, ist unermesslich und echt.

Ich habe den Moment, mein Kind bei diesem erfüllenden Erleben beobachten zu dürfen, einfach nur genossen und mich von seiner Freude anstecken lassen.

Einer der vielen wunderschönen kleinen Momente mit meinen Kindern, den ich achtsam und dankbar mit ihnen teilen durfte.

Das Sterben der Hummel

20150716_155746

Neulich am Spielplatz fiel meinen kleinen Männern eine am Boden liegende Hummel auf, die sich seltsam bewegte. Erst rotierte sie wie betrunken im Kreis, dann wurden ihre Bewegungen langsamer, bis sie schließlich auf dem Rücken liegend verendete. Dieser ganze Prozess des Sterbens dauerte etwa 40 Minuten, in denen wir zu dritt daneben saßen, beobachteten und redeten.

Mein kleiner Mann dachte zuerst, die Hummel ruhe sich nur aus. Wahrscheinlich sei sie müde und hier sei ihre Couch, auf der sie sich zum Ausruhen hingelegt habe, meinte er. Mein kleinster Mann war ebenso fasziniert von dem, was er sah und hörte, redete seinem großen Bruder alles nach und suchte bei mir immer wieder Bestätigung für seine Annahmen. „Ist die Biene verletzt?“, wollte er immer wieder wissen. (Dass es sich hierbei um eine Hummel und weder um eine Biene, noch um eine Wespe handelte, war ein Irrtum, der sich durch die gesamte Konversation durchzog.)

Ich erklärte, dass die Hummel wohl verletzt oder krank sei, es ihr nicht gut gehe.

„Die Biene beißt!“, schrie mein Kleinster. Ihn hatte nur zwei Tage zuvor eine Hummel in den Fuß gebissen.

„Das ist eine Hummel!“, schrie darauf sein Bruder. „Die Biene beißt nicht, die sticht!“

Mein kleiner Mann wurde vor mehreren Wochen von einer Biene gestochen, auch diese schmerzvolle Erinnerung ist nicht vergessen. Er hat seitdem großen Respekt vor Bienen und allen fliegenden Tierchen, die so ähnlich wie Bienen aussehen. „Die sind böse, stimmt´s Mama?“ sagt er daher. „Nein, Bienen sind nicht böse.“, antworte ich. „Sie haben einfach Angst und dann stechen sie. Stell dir mal vor, wie groß wir in ihren Augen sind. Würden wir auf solche Riesen treffen, würden wir auch stechen, wenn wir könnten.“ Das leuchtet ein, Verständnis ist in seinem Gesicht zu erkennen.

Nebenher werden die Bewegungen der Hummel immer langsamer, nur noch an ihrem Körper ist eine schwache Atembewegung zu erkennen.

„Nicht draufsteigen!“ wird zwischendurch immer wieder von einem der beiden Jungs gebrüllt, was den jeweils anderen, der das Stückchen Wiese gerade zu durchqueren versucht, nervös nach der Hummel schauen und mitten im Gehen aufhüpfen lässt. Beide wissen: wir töten keine Tiere, sei es auch noch so ein kleines Insekt. Draufsteigen ist also Tabu.

Als es mit der Hummel sichtlich zu Ende geht, sind wir drei automatisch demütig ruhig und schauen zu. Schließlich stellen wir ihren Tod fest. „Das war schon eine Oma Hummel“, erklärt der Große dem Kleinen. „Die war schon alt.“

Als das Tierchen regungslos liegen bleibt, kommt mir eine Idee. „Wollen wir die Hummel jetzt begraben?“

Die Jungs sind begeistert dabei und so graben wir ein kleines Loch in die Kieselsteine, ich lege die Hummel hinein und wir schütten das Loch wieder zu. Ein winziger Ast mit einem Blatt dient als Kreuz. Ich spreche ein paar Abschiedworte und erkläre: „Jetzt ist sie im Hummel-Himmel.“

Daraufhin will mein Großer wissen, was den ein solcher sei und wieso man da hinkommt. Ich beantworte seine Fragen so gut ich kann, merke dabei aber auch, wie schwer es mir fällt, zu erklären. Es gibt also einen Himmel, wo wir nach dem Tod hinkommen. Gott ist auch da. Was macht er da? Warum werden wir dann begraben? Ist Gott in der Kirche gestorben? (Mein kleiner Mann weiß, dass es in der Kirche einen gewissen Mann am Kreuz gibt und hat daraus seine eigenen Schlüsse gezogen) Was macht Gott im Himmel? Fressen die Hummel jetzt die Ameisen?“ Fragen über Fragen ergeben sich in weiterer Folge und so philosophiere ich mit meinem 4jährigen Sohn über „Gott und die Welt“…

Dieses Erlebnis mag vielleicht klein und unbedeutend erscheinen. Ich habe dabei aber sehr viel Nähe zu meinen Kindern gespürt, wir waren alle drei voll und ganz hier, miteinander, haben gemeinsam erlebt. Es war ein schönes Gefühl. Die freudigen Gesichter meiner Kinder haben mein eigenes Gefühl widergespiegelt.

Diese Situation hat mir wieder gezeigt: wenn man sich auf die Welt der kleinen Leute einlässt, wird man in vielerlei Weise beschenkt!

Angebot

 Die Herzenspädagogische Familienbegleitung und -beratung für dich

Kostenloses Informationsgespräch

Hast du Interesse, bist aber noch unsicher, ob die Herzenspädagogische Familienberatung etwas für dich ist? Möchtest du mich persönlich kennen lernen und dir ein besseres Bild von meiner Arbeit machen?

Bei einem kostenlosen Infogespräch erkläre ich dir vorab, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte, du kannst mir schon einmal in Umrissen erzählen, worum es geht und dir so einen besseren Eindruck machen.

Anfrage unter: jungbauer@erziehungskiste.net 

Einzelsetting

Beim Einzelsetting komme ich zu dir nach Hause*. Auf diese Weise ersparst du dir die Wegzeit und kannst in deiner gewohnten familiären Umgebung über die Themen sprechen, die dir am Herzen liegen. Dein/e Kind/er  ist/sind dabei sehr willkommen und erwünscht.

*Auf Wunsch können wir die Beratung auch gern bei mir machen.

Kosten: 70€ für das Erstgespräch (Dauer: 90 Minuten)

50€ für jede weitere Einheit (1 Einheit = 60 Minuten)

Gruppensetting

Wenn du eine Freundin mit ähnlichen Problemen hast oder mehrere andere Eltern findest, die Interesse daran haben, zu einem speziellen pädagogischen Thema mehr zu erfahren, so biete ich auch Gruppenbegleitungen an. Gruppengröße: 2 bis maximal 5 Eltern.

Ort: bei dir zu Hause, auf Wunsch auch bei mir möglich.

Kosten: 70€ pro Einheit (1 Einheit = 60 Minuten)

Email Beratung

Diese hat den Vorteil der zeitlichen Flexibilität. Du schreibst mir unter jungbauer@erziehungskiste.net, wann es sich für dich am besten einrichten lässt und erhältst von mir so rasch wie möglich eine ausführliche Antwort. Die Online Begleitung erfolgt über einen Zeitraum von 4 Wochen, in dem ich dich zu sämtlichen Fragen online begleite. Sie ist kostengünstiger, da bei dieser Variante die Wegzeit für mich wegfällt.

Starttermin der Online Beratung ist das Datum des Zahlungseingangs.

Kosten: 60€ für die erste Einheit (1 Einheit = 1 Monat)

50€ für jede weitere Einheit

Online Sprechstunde

Vorteile der Online Sprechstunde:

  • – die zeitliche Flexibilität: du entscheidest, wann du dir Zeit nehmen möchtest. Zusätzliche Wegzeiten fallen weg, es bleibt mehr Raum für das Wesentliche.
  • – schriftliche Beratung kommt schneller auf den Punkt: sich schriftlich auszudrücken bedarf schon einer gewissen gedanklichen Vorbereitung – ich überlege erst, dann schreibe ich. Dadurch erspart man sich viel „zwischen den Zeilen“.
  • – Vorteile gegenüber der Email Beratung: die sofortige Beantwortung deiner Fragen, die Möglichkeit zum live Austausch (so sind Rückfragen direkt möglich anstatt zeitversetzt).
  • – Da die Online Sprechstunde in 30 Minuten Einheiten buchbar ist, kannst du sie auch gut für Fragen zwischendurch nutzen.

Wie funktioniert die Online Sprechstunde?

Du schreibst mir eine Email unter jungbauer@erziehungskiste.net oder rufst mich an (siehe Kontaktdaten rechte Spalte) und wir vereinbaren einen Termin, der für dich passt. Die Online Sprechstunde findet entweder über einen privaten Chat (dessen Link ich dir jeweils zusende), telefonisch oder via Skype statt.

Damit wir so bald wie möglich loslegen können, bitte ich dich, mir in der Zwischenzeit die Kosten für die Beratungseinheit auf mein Konto zu überweisen.

Kosten: 20€ pro Einheit (1 Einheit = 30 Minuten)


Sozialtarif: 

Hast du dringend Bedarf an pädagogischer Beratung, befindest dich aber in einer finanziell schwierigen Lage? Ich biete laufend eine gewisse Anzahl von Plätzen mit Sozialtarif an. Einfach nachfragen!


Hinweis: In jedem Fall behandle ich deine Daten absolut vertraulich, die Beratung erfolgt unter Datenschutz und auf Wunsch auch anonym. 

Außerdem in der Erziehungskiste:

Mein Online Kursangebot

Interesse?

Dann schicke mir ein Mail an jungbauer@erziehungskiste.net 

 

 

Ich freu mich auf ein Kennenlernen!

Doku-Tipp: Die Zuckerlüge

Die große Zuckerlüge ist eine sehr spannende Arte Doku, die das Thema Zucker als Bestandteil unserer heutigen Ernährungsweise unter die Lupe nimmt.
Macht übermäßiger Zuckerkonsum krank oder oder sind derartige Behauptungen schlichte Panikmache?

Haben medizinische Wissenschaftler, die Zucker als Gift für den menschlichen Körper bezeichnen, recht oder doch die großen Konzerne, die verhindern wollen, dass Zucker ein negatives Image erhält?

Und wenn wir uns darüber im klaren sind, dass zu viel Zucker krank macht, so bleibt immer noch die Frage: was ist zu viel?

Eine sehenswerte Doku.

Tamara Jungbauer