Ist mein Kind hochsensibel?

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Test nach Elaine N. Aron: Ist mein Kind hochsensibel?

Test nach Rolf Sellin: Ist mein Kind hochsensibel?

Bist du unsicher, wie du dein Kind in seiner Hochsensibilität annehmen kannst? Ergeben sich Schwierigkeiten für euer Miteinander? Fühlst du dich hilflos, weißt nicht mehr weiter im Umgang mit deinem Kind?

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Angebot

 Die Herzenspädagogische Familienbegleitung und -beratung für dich

Kostenloses Informationsgespräch

Hast du Interesse, bist aber noch unsicher, ob die Herzenspädagogische Familienberatung etwas für dich ist? Möchtest du mich persönlich kennen lernen und dir ein besseres Bild von meiner Arbeit machen?

Bei einem kostenlosen Infogespräch erkläre ich dir vorab, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte, du kannst mir schon einmal in Umrissen erzählen, worum es geht und dir so einen besseren Eindruck machen.

Anfrage unter: jungbauer@erziehungskiste.net 

Einzelsetting

Beim Einzelsetting komme ich zu dir nach Hause*. Auf diese Weise ersparst du dir die Wegzeit und kannst in deiner gewohnten familiären Umgebung über die Themen sprechen, die dir am Herzen liegen. Dein/e Kind/er  ist/sind dabei sehr willkommen und erwünscht.

*Auf Wunsch können wir die Beratung auch gern bei mir machen.

Kosten: 70€ für das Erstgespräch (Dauer: 90 Minuten)

50€ für jede weitere Einheit (1 Einheit = 60 Minuten)

Gruppensetting

Wenn du eine Freundin mit ähnlichen Problemen hast oder mehrere andere Eltern findest, die Interesse daran haben, zu einem speziellen pädagogischen Thema mehr zu erfahren, so biete ich auch Gruppenbegleitungen an. Gruppengröße: 2 bis maximal 5 Eltern.

Ort: bei dir zu Hause, auf Wunsch auch bei mir möglich.

Kosten: 70€ pro Einheit (1 Einheit = 60 Minuten)

Email Beratung

Diese hat den Vorteil der zeitlichen Flexibilität. Du schreibst mir unter jungbauer@erziehungskiste.net, wann es sich für dich am besten einrichten lässt und erhältst von mir so rasch wie möglich eine ausführliche Antwort. Die Online Begleitung erfolgt über einen Zeitraum von 4 Wochen, in dem ich dich zu sämtlichen Fragen online begleite. Sie ist kostengünstiger, da bei dieser Variante die Wegzeit für mich wegfällt.

Starttermin der Online Beratung ist das Datum des Zahlungseingangs.

Kosten: 60€ für die erste Einheit (1 Einheit = 1 Monat)

50€ für jede weitere Einheit

Online Sprechstunde

Vorteile der Online Sprechstunde:

  • – die zeitliche Flexibilität: du entscheidest, wann du dir Zeit nehmen möchtest. Zusätzliche Wegzeiten fallen weg, es bleibt mehr Raum für das Wesentliche.
  • – schriftliche Beratung kommt schneller auf den Punkt: sich schriftlich auszudrücken bedarf schon einer gewissen gedanklichen Vorbereitung – ich überlege erst, dann schreibe ich. Dadurch erspart man sich viel „zwischen den Zeilen“.
  • – Vorteile gegenüber der Email Beratung: die sofortige Beantwortung deiner Fragen, die Möglichkeit zum live Austausch (so sind Rückfragen direkt möglich anstatt zeitversetzt).
  • – Da die Online Sprechstunde in 30 Minuten Einheiten buchbar ist, kannst du sie auch gut für Fragen zwischendurch nutzen.

Wie funktioniert die Online Sprechstunde?

Du schreibst mir eine Email unter jungbauer@erziehungskiste.net oder rufst mich an (siehe Kontaktdaten rechte Spalte) und wir vereinbaren einen Termin, der für dich passt. Die Online Sprechstunde findet entweder über einen privaten Chat (dessen Link ich dir jeweils zusende), telefonisch oder via Skype statt.

Damit wir so bald wie möglich loslegen können, bitte ich dich, mir in der Zwischenzeit die Kosten für die Beratungseinheit auf mein Konto zu überweisen.

Kosten: 20€ pro Einheit (1 Einheit = 30 Minuten)


Sozialtarif: 

Hast du dringend Bedarf an pädagogischer Beratung, befindest dich aber in einer finanziell schwierigen Lage? Ich biete laufend eine gewisse Anzahl von Plätzen mit Sozialtarif an. Einfach nachfragen!


Hinweis: In jedem Fall behandle ich deine Daten absolut vertraulich, die Beratung erfolgt unter Datenschutz und auf Wunsch auch anonym. 

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Ich freu mich auf ein Kennenlernen!

Jesper Juul: Dein kompetentes Kind

Jesper Juul ist ein dänischer Familientherapeut, der inzwischen hohen Rang und Namen hat. Seine Sichtweisen finden heute große Anerkennung und Zustimmung, er stellt Vieles in Frage, was traditionelle Erziehungsmethoden angeht, und bringt – so finde ich – frischen Wind in das Thema.

Eines seiner größten Werke trägt den Titel „Dein kompetentes Kind“. Ich kann nur allen Eltern empfehlen, es zu lesen, zumal es dazu beiträgt, sein Kind besser zu verstehen und das eigene Verhalten zu reflektieren. An dieser Stelle möchte ich auf die für mich zentralen Themen des Buches eingehen.

„[…] dass ich noch nie Eltern begegnet bin, die ihre Kinder nicht liebten […] Hingegen habe ich eine Reihe von Eltern und Kindern kennengelernt, denen es nicht gelang, ihre liebevollen Gefühle in liebevolles Verhalten umzusetzen.“ (Jesper Juul)
Es gut zu meinen bedeutet nicht, dass man es auch gut macht. Elterliches Verhalten ist oft weniger liebevoll und fürsorglich, als sie selbst glauben!

Entscheidend für eine gesunde kindliche Entwicklung ist nach Juul die Qualität des Zusammenspiels – will heißen: die Grundstimmung/Atmosphäre innerhalb der Familie. Wichtig ist also nicht nur, was wir sagen, sondern vor allem Dingen wie wir es sagen und auf welche Art und Weise wir miteinander umgehen.

Wir Eltern sind dabei allein verantwortlich für das Wohlergehen der Familie, nicht die Kinder!

Juul geht davon aus, dass Kinder generell und immer kooperieren wollen. Sie tun dies, indem sie die Erwachsenen ihrer Umgebung nachahmen. Unser Verhalten ist uns aber nur zum Teil bewusst – Vieles von dem, was wir tun und wie wir uns verhalten, geschieht unbewusst (siehe auch Kapitel Authentizität). Daher erkennen wir meist nicht, wenn unsere Kinder kooperieren und interpretieren ihr Verhalten oftmals falsch.

Die kindliche Kooperation kann auf zwei Arten erfolgen: direkt oder spiegelverkehrt

d.h. ein Verhalten wird entweder 1:1 übernommen, oder genau gegensätzlich.

z.B.: Kinder, die ständig kritisiert werden, werden kritisch oder selbstkritisch; Kinder, die mit Gewalt aufwachsen, werden ebenfalls gewalttätig oder selbstdestruktiv; Kinder, in deren Familien sich niemand persönlich ausdrückt, werden besonders schweigsam oder redselig.

Integrität

= „unsere gesamte physische und psychische Existenz, berührt unsere Identität, unsere Grenzen und persönlichen Bedürfnisse“

Verletzen Eltern regelmäßig auf dieselbe Art und Weise die Integrität der Kinder, so reagieren diese selbstdestruktiv! Sie denken nicht, dass die Eltern etwas falsch machen, sondern dass mit ihnen selbst etwas nicht stimmt.

Dadurch entwickeln sich Schuldgefühle und das Selbstgefühl geht verloren.

Konflikt zwischen Integrität und Kooperation:

Wir kommen tagtäglich immer wieder in Situationen, in denen wir entscheiden müssen, ob wir unsere Integrität wahren wollen oder sie zugunsten der Gemeinschaft (äußere Forderungen, soziale Normen, potenzielle Gewalt oder Ablehnung) hintan stellen, indem wir kooperieren.

Kinder entscheiden sich in diesem Konflikt meist für die Kooperation und vernachlässigen dadurch ihre eigenen Bedürfnisse – vor allem, wenn sie den leichtesten Druck der Eltern spüren.

Beispiel: Kinder spüren selbst, wann sie etwas essen wollen. Zwingen wir dem Kind aber Essen auf (indem wir verlangen, dass es ist obwohl es keinen Hunger hat, ihm noch einen weiteren Löffel in den Mund schieben usw.), so handeln wir entgegen seinem wahren Bedürfnis und verletzen damit seine Integrität.

Je öfter es passiert, dass die Integrität in diesem Konflikt geopfert wird, desto größer ist der daraus resultierende Schmerz. Irgendwann sendet das Kind dann verbale oder nonverbale Signale (etwa psychosomatische Beschwerden, destruktives Verhalten außer Haus, Gewalt, permanentes Schweigen, Isolation), dass etwas nicht in Ordnung ist. Werden diese aber nicht wahr- und ernst genommen, zeigt sich früher oder später ein regelrechtes Symptom.

Kinder kooperieren immer:

  • Wenn sie sich destruktiv und/oder asozial verhalten, dann immer, weil einer oder mehrere Erwachsene in ihrer Umgebung dies ebenfalls tun (es sind immer die Erwachsenen, die den Anfang machen!).
  • Wenn sie die Kooperation einstellen oder verweigern, haben sie entweder zu viel oder zu lange mit destruktiven Erscheinungen in ihrer Familie zusammengearbeitet oder eine bewusste Kränkung ihrer Integrität hinnehmen müssen.

Selbstgefühl und Selbstvertrauen:

Selbstgefühl = unser gesamtes Wissen und Erleben, wer wir sind

Selbstvertrauen = was wir können, unsere Fähigkeiten

Selbstgefühl und Selbstvertrauen sind unterschiedliche Maßeinheiten und können niemals direkt miteinander verglichen werden, sich niemals gegenseitig ersetzen. Wer ein gesundes Selbstgefühl hat, wird eher selten ein Problem mit dem Selbstvertrauen haben (umgekehrt aber nicht).

Wichtig für die Entwicklung des Selbstgefühls ist:

  • dass wir von mindestens einer wichtigen Person in unserem Umfeld „gesehen“ und akzeptiert werden
  • dass wir erleben, für andere Menschen wertvoll zu sein, ohne uns verstellen oder etwas leisten zu müssen

Leistungen zu fördern und zu loben ist an sich gut, solange man gleichzeitig für das Wohlergehen des Kindes sorgt.

Der entscheidende Faktor bei der Entwicklung des Selbstgefühls ist der spürbare Ausdruck von Liebe. Es kommt nicht darauf an, was Eltern beabsichtigen, sondern wie das Kind es erlebt!

Beispiel: Das Kind sitzt oben auf der Rutsche und ruft: „Mama, schau mal!“ bevor es hinunter rutscht. Es möchte von seiner Mama gesehen werden. Nicht förderlich wäre es, zu antworten: „Oh, das hast du aber toll gemacht – wie gut du schon selber rutschen kannst!“, denn das Kind will nach Juul nicht bewertet werden, sondern einfach nur eine Rückmeldung zur Bestätigung, dass es gesehen wird. Ein zuwinkendes „Hallo, mein Schatz!“ ist daher die bessere Antwort.

Ein Kind, das regelmäßig „nicht gesehen“ wird, beginnt ab einem gewissen Punkt, etwas an sich (seiner Kleidung, seinem Körper, seinem Verhalten) zu ändern, um aufzufallen!

Soziale und persönliche Verantwortung:

soziale Verantwortung: haben wir in der Familie, in der Gesellschaft und in der Welt füreinander

persönliche Verantwortung: haben wir für unser eigenes Leben – für unsere physische, psychische, mentale und spirituelle Gesundheit.

Es gibt 3 Bereiche, in denen Kinder von Anfang an persönliche Verantwortung übernehmen können:

1. die Sinne: was gut und was nicht gut schmeckt, was angenehm und weniger angenehm riecht, was sich kalt oder warm anfühlt

2. die Gefühle: Freude, Liebe, Freundschaft, Zorn, Frustration, Trauer, Schmerz, Verlust

3. Bedürfnisse: Hunger, Durst, Schlaf, Nähe, Distanz

Wir Eltern können unseren Kindern dabei helfen, persönliche Verantwortung zu übernehmen, indem wir lernen, sie ernst zu nehmen. Unser Tonfall ist dabei sehr entscheidend. Außerdem sollten wir:

  • das Recht des Kindes anerkennen, seine individuellen Bedürfnisse und Gefühle zum Ausdruck zu bringen
  • lernen, die Bedürfnisse und Gedanken des anderen aus seiner eigenen Perspektive zu betrachten
  • uns auf seinen Ausdruck konzentrieren, um uns besser in die Situation hinversetzen zu können
  • seinem Verhalten mit Verständnis begegnen und unsere eigene Position ernst nehmen

Um Eigenverantwortung in der Beziehung zu anderen Menschen übernehmen zu können, braucht es eine persönliche Sprache, die unsere Gefühle, Reaktionen und Bedürfnisse zum Ausdruck bringt und unsere Grenzen deutlich macht. Diese persönliche Sprache basiert auf folgenden Aussagen:

„ich will/will nicht!“    „ich mag/mag nicht!“    „ich will haben/nicht haben!“

Beispiel: Kind: „Ich will noch nicht ins Bett!“ Antwort Vater: „Ich will aber, dass du jetzt ins Bett gehst!“ (anstatt „Du gehts jetzt ins Bett und aus!“ oder „Sei brav und geh jetzt ins Bett!“)

oder: Kind: „Igitt, ich mag keine Tomaten!“ Antwort Mutter: „Ich mag Tomaten sehr gern. Ich finde, du solltest sie mal probieren!“ (anstatt: „Aber sonst magst du Tomaten doch sehr gern!“ oder „Sei nicht so heikel, du wirst essen, was auf den Tisch kommt!“)

„Das persönliche Feedback ist die einzige Form der Kommunikation, die gewährleistet, dass sich das persönliche Verantwortungsgefühl von Kindern differenziert entwickelt und die Beziehung zwischen Eltern und Kind vertieft. Alle anderen Formen des Feedbacks – soziale Belehrung, Wertung oder Gleichgültigkeit – haben destruktive Folgen.“ (Jesper Juul)

Die soziale Verantwortung von Kindern entwickelt sich unter zwei Voraussetzungen optimal:

  1. Eltern müssen ihren Drang zur Kooperation sehen und anerkennen
  2. Eltern müssen sich untereinander, den Kindern und anderen Menschen gegenüber verantwortungsvoll verhalten

Das Vorbild der Eltern hinterlässt tiefere Spuren als ihre verbale Erziehung!

Kinder, deren Eigenverantwortung gefördert wird, entwickeln fast automatisch ein hohes Maß an sozialer Verantwortung. Kinder entwickeln bereits ab 3,4 Jahren ein Gefühl für soziale Verantwortung im täglichen Umgang mit ihren Eltern und Geschwistern.

Generell sollte Kindern aber auch nicht zu viel Verantwortung aufgelastet werden. Werden sie in Rollen gedrängt, die eigentlich den Erwachsenen vorbehalten sind (etwa bei Trennung, Armut oder Krankheit der Eltern), so wird dieses übersteigerte Verantwortungsgefühl, das sie dabei entwickeln Teil ihrer Persönlichkeit und ist nicht vollständig wieder rückgängig zu machen.

Ein destruktiver Konflikt wiederholt sich mit wachsender Häufigkeit und belastet beide Seiten zunehmend.

In der Regel entstehen Konflikte dann, wenn unsere elterliche Verantwortung mit der persönlichen Verantwortung der Kinder in Konkurrenz tritt und diese verdrängt. Destruktive Konflikte entstehen immer dann, wenn die Eltern ihre eigenen Grenzen (ihre persönliche Verantwortung) missachtet bzw. die Verantwortung für etwas übernommen haben, das sie eigentlich den Kindern hätten überlassen sollen.

Ich halte die eben beschriebenen Gesichtspunkte Juuls für sehr wertvoll. Sie bestätigen wiederum, worauf es in der Kindererziehung ankommt: dass wir Eltern authentisch bleiben, unsere Kinder ernst nehmen, sie respektieren, ihnen ihre eigenen Kompetenzen zugestehen, dabei unserer eigenen Verantwortung, die wir als Eltern haben, nachkommen und ihnen ein stabiles Gefühl vermitteln, geliebt zu werden. Bedingungslos.


 Tamara Jungbauer